Selbstlüge, ja... Ein Wort, das ich in den letzten Tagen sehr oft gerne hätte ausgesprochen und darum hier diskutieren möchte. Ich halte mich kurz und ruf einfach mal rein:
"Was ist für Euch Selbstlüge????"
Drück Euch ganz lieb, Anna
Lebe die Liebe wie das Leben, so wird Dir alles gegeben ...
... die Selbstlüge ist meiner Meinung nach ein wichtiges Instrument, das uns vor etwas "schützt", das wir bewusst/unbewusst - vermutlich.. oder wahrscheinlich nicht er-tragen können/würden.... weshalb auch immer... - und sei es, dass wir uns hinter einem "Schleier" verstecken aus ANGST...
Die Selbstlüge fällt, wenn unser Zustand so unerträglich wird, dass wir bereit werden/sind etwas an unserer Situation zu ändern. Dass die Befürchtung in Bezug auf dessen, was uns erwartet, wenn wir selbige beiseite schieben - weniger schlimm/tragisch ist, als der Zustand, in dem wir uns momentan befinden. Umso aufgestauter und unerträglicher die Selbstlüge, desto heftiger kann der "Ausbruch" ausfallen.. lächel...
Der Prozess an sich kann sich meiner Meinung nach über ganze Leben hinwegziehen... aus Vorleben als Schwingung mitgenommen werden.
Hallo Anna, *Ein Wort, das ich in den letzten Tagen sehr oft gerne hätte ausgesprochen* zu wem? zu dir selbst? Oder als taktische Finesse zum schach-matt-setzen zu deinem Gegenüber?
Mach mal, du wirst sofort sehen, dass dies seeehr kommunikationsfördernd ist , weil Cassi hat da schon recht, der/die andere wird das nicht so sehen (können/wollen) wie du. Außerdem ist es sehr herabsetzend: du lüüüügst!
Vorschlag: bleib bei dir und sag dem Gegenüber, was SEIN Verhalten (ob nun gelogen oder nicht) bei DIR auslöst.
PS: Ich finde, eine Selbstlüge fällt dann, wenn ich ein bisschen ehrlich bin. Zu mir selbst. Das kann auch mit einem Lächeln einher gehen, muss nicht weh tun, muss nicht unerträglich sein.
Fur mich ist Selbstlüge, wenn jemand glaubt so und so sein zu müssen, weil die Gesellschaft es so vorschreibt. Und wenn es demjenigen gelingt so zu sein, es für das Größte hält und sich glücklich wähnt. Bloß wundert derjenige sich, daß da irgendwas fehlt...., und weiß nicht was. Und er wird es niemals finden! Denn er erkennt diese größte aller Selbstlügen nicht, und verurteilt jeden, der nicht so lebt.
Sich selbst etwas "vormachen". Für sich SELBST etwas so sehen WOLLEN (wie es in Wirklichkeit nicht IST)
Wobei sich die Frage stellt......macht man es unbewußt...oder bewußt? EIGENTLICH kann es gar nicht bewußt sein, denn....wer belügst sich Selbst bewußt?
Unterscheidet man nach der "kleinen" und der "großen" Wahrheit, so ist die Selbstlüge der "großen" Wahrheit zuzuordnen, denn sie beeinflusst maßgeblich unser Leben. Sie findet meiner Meinung nach meist schon bewusst statt, auch wenn man das vielleicht gerne verdrängt. DU belügst dich SELBST, heißt du veränderst DICH, dein Leben, deine Ansichten, um irgendeiner Person oder auch mehreren (Freunden, Gesellschaft, Chef ...) zu gefallen. Du lebst nicht dein Leben, sondern verbiegst dich um anderen zu gefallen. DU stehst nicht zu DIR selbst! DU liebst dich nicht SELBST! Selbstlügen erfolgen wohl häufig aus einem Minderwertigkeitsgefühl heraus. Aus einer Selbstlüge auszubrechen, heißt auch endlich sein Leben zu leben, sich selbst anzunehmen, zu seinem eigenem SELBST zu stehen, nicht "blind" durchs Leben zu laufen und dies geschieht sicher erst, wenn man grundlegend bereit ist was zu ändern.
"SEI der, der DU bist, nicht mehr, nicht weniger, aber der sei!"
vieles wurde bereits gesagt, und vielem davon kann ich zustimmen ... am ehesten und weitesten deinem Beitrag lieber Freeneter
Ich sehe es genauso das die meisten Selbstlügen bewusst sind - klar gibt es auch einige Unbewusste. Den Aufzählungen zustimmend bliebe noch zu sagen, das die Liste sich noch weiter fortsetzen ließe. Interessant deine Bemerkung das u.a. Minderwertigkeitsgefühle hierzu eine Rolle spielen ... nun, ich weiß nicht ob dies auch mit dazu gezählt werden kann, oder ob diese weitere/zusätzliche Gründe dafür sind, wenn ich sage, das oft auch eine Rolle dabei spielt, ja keine Verantwortung übernehmen zu wollen. Aus einer Selbstlüge auszubrechen bedeutet nämlich auch in ein TUN zu kommen, Eigen-Verantwortung zu übernehmen und bereit zu sein die daraus möglichen Konsequenzen ohne Wenn und Aber anzunehmen - im besten Fall zu LIEBEN.
Ich selbst finde mich ganz gut im Beitrag von freeneter wieder. Dusty in meinem Leben gabs Zeiten in denen ich mich hervorragend selbstbelogen habe - und das genau wusste und auch richtig gesteuert habe.
... und dennoch beobachte ich, dass die meisten Selbstlügen UNBEWUSST passieren... - auch bei Leuten in meinem direkten Umfeld... ... - bei etwas schonungslosen Konfrontationen mit den jeweiligen Selbstlügen stellte ich fest, dass die Betroffenen in Angriff übergehen oder die Flucht ergreifen... ... sie meinen, für sich diese Lüge (noch) aufrecht erhalten zu müssen ... und bei wahrhaft heftigen Selbstlügen - denke ich - ist vorübergehend manchmal so ne Lüge sogar lebenserhaltend, eine Art Schutzmechanismus vor der harten.. übermächtigen.. kaum zu verkraftenenden "Wahrheit"... (diese Worte sind sehr relativ.. "hart.. übermächtig... kaum zu verkraften..." - Beispiel: konfrontiere die "leidende" Mrs. X damit, dass sie mit nem Alkoholiker zusammen lebt, weil er ihr das Gefühl gibt, "gebraucht" zu werden.... - nur mal so als Beispiel..)
Macht sich ein Mensch seine Selbstlüge BEWUSST, kommt es über kurz oder lang zum Umdenken... - so halt meine Beobachtung. Eine "Leidensweg" darf sich wandeln.. enden... Cassi
In Antwort auf:Aus einer Selbstlüge auszubrechen bedeutet nämlich auch in ein TUN zu kommen, Eigen-Verantwortung zu übernehmen und bereit zu sein die daraus möglichen Konsequenzen ohne Wenn und Aber anzunehmen - im besten Fall zu LIEBEN.
ach, das gefällt mir sehr und trifft meine Gedanken am ehesten... Wobei ich auch allen anderen nur zustimmen kann. Unbewusst, ja, gibts auch aber ich denk selbst, dass das meiste erst bewusst ist, um sich eben z.B. der Verantwortung zu entziehen und irgendwann unbewusst wird, da man nur in diesem Muster lebt, die Selbstlüge glaubt und somit unbewusst sich weiterhin selbst belügt. Man überprüft einfach nicht, da zu vieles ans Licht kommen kann.
123, ich überprüfe erst mich selbst, bevor ich Gedanken ausspreche, wobei ich nun erleben durfte, ganz spontan Dinge auszusprechen, die reinkamen. Das hat mich etwas geworfen und somit wollte ich natürlich auch selbst sehen, ob an mir die Selbstlüge liegt, fand jedoch keine Verbindung zu mir. Was mich hier mehr interessierte, war, warum ich so enttäuscht, wütend oder traurig bin, wenn ich weiß, dass ich belogen werde. Oft halte ich hier meinen Mund, denke, das ist die Wahrheit meines Gegenübers, es steht mir nicht zu, ihn zu bewerten oder sonst was. Aber wenn die Lüge mich indirekt selbst betrifft, so war ich die Tage etwas am Grübeln, wie ich reagieren soll.
Alles Liebe, Anna
Lebe die Liebe wie das Leben, so wird Dir alles gegeben ...
Anna: Unbewusst, ja, gibts auch aber ich denk selbst, dass das meiste erst bewusst ist, um sich eben z.B. der Verantwortung zu entziehen und irgendwann unbewusst wird, da man nur in diesem Muster lebt, die Selbstlüge glaubt und somit unbewusst sich weiterhin selbst belügt. Man überprüft einfach nicht, da zu vieles ans Licht kommen kann.
Liebe Anna, das find ich sehr präzise... mhmm... Ich denke, das kommt auch für mich hin, nämlich, dass es zu allererst BEWUSST erlebt wird (wenn auch nur für einen kurzen Moment...), ehe man sich in die Selbstlüge "flüchtet". Die Gründe dafür sind wohl vielerlei... Angst, Schmerz, Verletzung... sich der Verantwortung entziehen usw.