Gott der Vater ließ sich rühren, dass er uns zu retten sann
Es geht um dieses Adventslied:
Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab! rief das Volk in bangen Nächten, dem Gott die Verheißung gab: einst den Mittler selbst zu sehen und zum Himmel einzugehen. Denn verschlossen war das Tor, bis der Heiland trat hervor
Gott der Vater ließ sich rühren, Dass er uns zu retten sann; Und den Ratschluss auszuführen, Trug der Sohn sich selber an. Schnell flog Gabriel hernieder, Brachte diese Antwort wieder: Sieh, ich bin des Herren Magd, Mir geschehe, was Gott gesagt.
Mir geht es nun um diese Zeile: "Gott der Vater ließ sich rühren, dass er uns zu retten sann ...."
Das hab ich als Kind nicht verstanden, und verstehe es auch heute nicht.
Bei Lichte besehen ist es doch so:
Da verflucht ein Gott die gesamte Menschheit und stürzt Milliarden Menschen ins Elend, weil da mal wo ein Adam und eine Eva einen Apfel gegessen haben.
Nun bitten die Menschen gar schön, dass man sie doch wieder retten möge.
Und Gott überlegt und überlegt .... "Ja, was machen wir denn da?"
Auf die einfache Lösung, den Fluch halt in Gottes Namen wieder zurückzunehmen - darauf kommt der Umstandskrämer nicht.
Er denkt sich: "Warum einfach, wenn's kompliziert auch geht?"
Und kommt auf die grandiose Lösung: Sein Sohn soll Mensch werden, und zu Tode gefoltert werden.
Ha no - ging das denn nicht auch anders?
"Nee - tut mir leid - also anders geht's nicht ..." sagt der gute Gott.