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...gelebte Spiritualität und gelebte Liebe


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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 456 mal aufgerufen
 Geschichten
Anna Offline

Klarspüler


Beiträge: 1.322

08.07.2008 07:40
Tempel der tausend Spiegel Antworten

Tempel der tausend Spiegel
In einem fernen Land gab es vor langer, langer Zeit einen Tempel mit tausend Spiegeln, und eines Tages kam, wie es der Zufall so will, ein Hund des Weges.
Und der Hund bemerkte, dass das Tor zum Tempel der tausend Spiegel geöffnet war, und vorsichtig und ängstlich ging er in den Tempel hinein.
Und Hunde wissen natürlich nicht, was Spiegel sind und was sie vermögen, und nachdem er den Tempel betreten hatte, glaubte er sich von tausend Hunden umgeben.
Und der Hund begann zu knurren, und er sah auf die vielen Spiegel, und überall sah er einen Hund, der ebenfalls knurrte. Und er begann die Zähne zu fletschen, und im selben Augenblick begannen die tausend Hunde die Zähne zu fletschen, und der Hund bekam es mit der Angst zu tun. So etwas hatte er noch nie erlebt, und voller Panik lief er, so schnell er konnte, aus dem Tempel hinaus.

Dieses furchtbare Erlebnis hatte sich tief im Gedächtnis des Hundes vergraben. Fortan hielt er es als erwiesen, dass ihm andere Hunde feindlich gesinnt sind. Die Welt war für ihn ein bedrohlicher Ort, und er wart von anderen Hunden gemieden und lebte verbittert bis ans Ende seiner Tage.

Die Zeit verging, und wie es der Zufall so will, kam eines Tages ein anderer Hund des Weges. Und der Hund bemerkte, dass das Tor zum Tempel der tausend Spiegel geöffnet war, und neugierig und erwartungsvoll ging er in den Tempel hinein.
Und Hunde wissen natürlich nicht, was Spiegel sind und was sie vermögen, und nachdem er den Tempel betreten hatte, glaubte er sich von tausend Hunden umgeben.
Und der Hund begann zu lächeln, und er sah auf die vielen Spiegel, und überall sah er einen Hund, der ebenfalls lächelte, so gut Hunde eben lächeln können. Und er begann vor Freude mit dem Schwanz zu wedeln, und im selben Augenblick begannen die tausend Hunde mit ihrem Schwanz zu wedeln, und der Hund wurde noch fröhlicher.
So etwas hatte er noch nie erlebt, und voller Freude blieb er, so lang er konnte, im Tempel und spielte mit den tausend Hunden.
Dieses schöne Erlebnis hatte sich tief ins Gedächtnis des Hundes eingegraben. Fortan hielt er es als erwiesen, dass ihm andere Hunde freundlich gesinnt sind.
Die Welt war für ihn ein freundlicher Ort, und er wart von anderen Hunden gern gesehen und lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage.

Indische Weisheit

Lebe die Liebe wie das Leben, so wird Dir alles gegeben ...

Sternenlicht Offline

Stern des Lichts


Beiträge: 953

08.07.2008 11:15
#2 RE: Tempel der tausend Spiegel Antworten

Oh, das ist eine schöne Geschichte!
Danke Anna!

Dani

_________________________________________________
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
On ne voit bien qu'avec le coeur. L'essentiel est invisible pour les yeux.

(Antoine de Saint-Exupéry)

Waldbaum Offline

Schreibjunkie


Beiträge: 709

02.08.2008 08:05
#3 RE: Tempel der tausend Spiegel Antworten

Es bleibt die Frage:

Vielleicht hatte es einen guten Grund, dass der erste Hund ängstlich war, und der zweite "gut drauf" war?

Vielleicht war der erste Hund gerade irgendwie verletzt worden?

Ist es da nicht ungerecht, dass ein solcher Hund - oder auch Mensch - dann immer weiter verletzt wird, während der problemlose "Sunny Boy" es weiterhin gut hat, weil es ihm eben im Leben bisher immer nur gut ging, und er keinen Grund zum Misstrauen hat?

Was meint ihr?

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Ein Waldbaum kommt selten allein.

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