ich knüpfe mal wieder bei meinen Lieblings-Thesen an so z.b. an meinem kürzlichen Thema "wozu im Aussen suchen" ...
Überhaupt so das "Suchen" ... gerade so in der Eso- und Spiri-Szene wird sehr oft vom Suchenden gesprochen ... ich nehme mich da selbst einmal nicht aus, auch ich ertappe mich ab und an "suchend" zu sein ... aber mal Hand aufs Herz bitte : kann Jemand hier (oder sonstwo) sagen, ich meine richtig eindeutigst absolut klar detaillert, eindeutigst wissend > was ER/SIE "wirklich" sucht ??? Wenn ich so für mich selbst darüber nachdenke, zu Phasen wo mich ebenso eindeutigst als Suchender gab, ich kann für mich diese Frage nicht allergrößter Klarheit beantworten. Suchen --- ja klar, aber was denn ganz genau ? schulterzucken ... Hmm ... in dem Zusammenhang möchte ich überhaupt mal etwas loswerden dürfen, schon deswegen damit keine falsche Eindrücke aufkommen : Ich bin wie sonst alle auch eben so auf dem Wege - meinem Wege wohlbemerkt - und auch wenn ich das eine oder andere hier schreibe dan Meinung und Gedankengut, obwohl ich damit also dies oder jenes Wissen innehabe - glaubt mir, nicht selten muß ich mir im Nachhinein selbst auch dies Wissen mir vergegenwärtigen, mich quasi erinnern, weil ich selbst zuvor in das Einde oder Andere reintappte obwohl ich vielleicht Stunden zuvor noch selbst darüber redete ...
aber nur zurück zum Thema ...
Da kam mir jetzt aktuell dieses Wort über den Weg, wie ich finde einfach nur genial "Spiritueller Materialismus" und die Stolpersteine für Suchende
im einzelnen : > Wissen, wohin man geht > Kämpfen, um dorthin zu gelangen > Dem Weg eines anderen folgen > Auf der Selbstverbesserung arbeiten > einen Zeitplan aufstellen > auf ein Wunder warten
Genau diese Stolpersteine, die den spirituellen Materialsmus prägen sollte man achten und diese auch vermeiden. Gerne schreibe ich zu jeden einzelnen Stolperstein weitere Sätze, aber schauen wir erst einmal ob und wie dieses Thema bei euch ankommt Heute mache ich als Anfang nur erstmal den ersten Stolperstein
Wissen, wohin man geht
denn richtig, keinem Stolperstein gleichkommend soll es lauten "Nicht wissen, wohin man geht" Spiritualles Wachstum ergibt sich spontan. Große Ereignisse geschehen ohne Vorwarnung, genau wie die kleinen. Ein einziges Wort kann das Herz öffnen. Ein einziger Blick kann einem offenbaren, wer man wirklich ist. Das Erwachen vollzieht sich nicht nach Plan. Es hat große Ähnlichkeit mit einem Puzzle, bei dem man das fertige Bild am Anfang noch gar nicht kennt. Die Buddhisten haben ein Sprichwort : "Wenn du Buddha triffst, töte ihn" Das heißt, man soll sich von jedem festen spirituellen Drehbuch lösen. Man kann sich im Voraus lediglich ein Bild machen, doch Bilder entsprechen niemals dem Ziel selbst.
der zweite Stolperstein "kämpfen, um dorthin zu gelangen"
alleine hierzu einmal sich zu erlauben intensivst und tief sich selbst zu fragen - dorthin > also WOHIN will man denn gelangen ???
Also was mich selber dazu angeht, natürlich habe auch Ich so meine Vorstellungen, WOHIN ich einmal gelangen möchte. Doch bei näherer Betrachtung stelle ich fest, das es fast alles äußere Begebenheiten und Vorstellungen betrifft und dann, wenn mich auf mein Innerstes konzentriere stelle ich fest, das die Frage nach dem Wohin völlig an Bedeutung verliert. Sei es weil es im Innen, im eigenen ICH, der eigenen Seele, kein Wohin im klassischen Sinne gibt ,- oder weil es mir, meinem menschlichen Verstand, gar nicht möglich ist ein mögliches Wohin in unsere standartisierten Gedanken und Vorstellungen zu bringen.
Daher lautet der Satz richtigerweise : "Kämpfe nicht, um dorthin zu gelangen !" um somit kein Stolperstein mehr zu sein.
Wenn am Ende des Weges eine spirituelle Belohnung stünde, etwa ein Topf voll Gold oder der Schlüssel zum Himmel, würde jeder so hart wie möglich arbeiten, um diese Belohnung zu bekommen. Sie wäre jeden Einsatz wert. Doch kämpft ein Zweijähriger darum, drei zu werden ? Nein, weil sich der Entwicklungsprozeß eines Kindes von innen heraus entfaltet. Man bekommt keinen Gehaltsscheck dafür, man wird einfach ein neuer Mensch. Dasselbe gilt für die spirituelle Entfaltung. Sie verläuft ebenso natürlich wie die Entwicklung eines Kindes, spielt sich aber eher auf der Ebene des Bewusstseins als im physiologischen Bereich ab.
und gleich noch paar Worte zum dritten Stolperstein ...
der ja da lautet "dem Weg eines anderen folgen ..."
Ich denke es liegt nahe, auf der Hand, das es lauten soll : "Folge niemals dem Weg eines anderen !"
Für viele gab es eine Zeit bzw Phasen (auch für mich), als man der festen Überzeugung war, der Schlüssel zur Erleuchtung läge darin, eine ganze Zeit lang bis hin das ganze Leben lang mit ganz bestimmten Mantra zu meditieren ,- oder überhaupt nach (streng) festgelegten Meditationen sich zu befassen. Man fühlt sich meist sehr gut dabei (man glaubt es zumindest), da man den Weg folgt, den ehrwürdige Weise der großen spirituellen Tradition Indiens (oder sonst woher) vor Jahrtausenden gewiesen hatten. In diesem Punkt ist stets Vorsicht geboten : Wer dem Weg eines anderen folgt, läuft Gefahr, in ein starres Denken zu verfallen. Starre Methoden haben, selbst wenn es dabei um den Geist geht, nichts mit Freiheit zu tun. Man soll und kann sich durchaus mit den unterschiedlichsten Richtungen beschäftigen und auch den Lehren folgen, die Fortschritte erbringen - aber dabei immer offen für innere Veränderungen bleiben.
und komme ich somit zum nächsten, dem vierten Stolperstein ...
"An der Selbstverbesserung arbeiten"
Oweia ... und nochmal oweia dazu sagt ... weil dieser Punkt hatte mich sehr lange inne gehabt. Kaum von der (angeblichen) Erleuchtung - ich nenne es lieber und eher "Öffnungsprozeß" - geknutscht, damals im Jahre 1996 und durch diverse Fähigkeiten Spiritualität begreifend --- und doch nicht oder wenig verstehend --- war ich lange Zeit voll auf dem Trip gewesen, an meiner Selbst-Verbesserung massiv zu arbeiten. Nicht merkend das mich ja auf eine Spur begab wie ein Detektiv nur das Negative in mir zu suchen, denn verbessern kann man ja nur, was man als schlecht sich wähnt. Und auch nicht merkend, wie sehr ich meine eigenen selbst geschaffenen Opferrollen stärkte und jedesmal aufs Neue mir erschaffte. Und wenn ich eben nicht mich verbessern konnte, so wollte ich wenigstens das andere verbessern, seien es Dinge, Situationen und Menschen. Voll im Helfersyndrom verfallen war mir jedes Mittel - selbst der Manipulationen - recht um helfen zu können. Und doch, ein Schönes hatte das alles - ich vermochte und tat tatsächlich vielen helfen. Doch mir selbst am allerwenigsten ... Denn meine zuvor geschaffenen Manipulationen - sprich Lügen - zwangen mich stets zu gehen ... die perfekte Opferrolle halt ... um dann in eigener Klausur wieder an meiner Selbstverbesserung zu arbeiten - ein Teufelskreis.
Bis eines Tages, in 2002 eine junge Frau mich aufhielt ... aufhielt als ich erneut wieder gehen wollte und wohl nie werde ich ihre Sätze und Worte vergessen, die im etwa als Kurzform lauteten : "Du bist eine gute Seele und nicht verdammt dazu, als Seele immer und immer nur weiterzuziehen, auch DU hast eine Heimat verdient. Ich glaube an Gott - doch wenn dieser Gott so etwas wirklich will und auch unterstützt was du tust, du denkst machen zu müssen, so will ich aufhören an einen Gott noch zu glauben"
Ich war wie vom Donner gerührt ... mir flossen nur so die Tränen als ihre damalige Mail las ... und ich merkte/erkannte, das es in mir Selbst mehr geben tut, mehr geben muß als nur Negatives und Schlechtes was man sich andauernd wie eine Manie verbessern möchte ... Das war damals meine allerersten Schritte in mich Selbst hinein, meine wahren aufrichtigen Schritte um mein eigenes, wahres ICH mir anzusehen, kennenzulernen, lieben zu lernen ... und aus meiner eigen Sicht erst da erfolgte mein eigentlicher und wahrer Öffnungsprozeß ...
ok, dies eben nur als Eingangsworte von mir und meinem eigenen Erleben zu diesem Thema, diesem Stolperstein
"An der Selbstverbesserung arbeiten"
Denn : "Mache kein PÜrojekt der Selbstverbesserung daraus" lautet es richtig ...
Persönlichkeitsentwicklung ist möglich. Es ist durchaus möglich, daß Menschen lernen, sich aus negativen Situationen zu befreien. Depressionen, Einsamkeit und Angst sind konkrete Erfahrungen, die man für einen Ausweg finden kann. Doch wenn man nach Gott oder der Erleuchtung sucht, weil man sich weniger deprimiert oder ängstlich fühlen möchte, weil sie das Selbstwertgefühl steigern oder man weniger einsam sein möchte, wird die Suche nie enden. Für den Bereich der Gottessuche gibt es keine feste Regeln. Manche Menschen haben das Gefühl, sich sehr stark weiterzuentwickeln, wenn sich ihr Bewusstsein erweitert. Allerdings muß man sehr genau wissen, wer man ist , wenn man sich den vielen Hindernissen und Herausforderungen auf diesem Weg stellen will. Wenn man sich bereits schwach und zerbrechlich fühlt, wird man womöglich noch schwächer und zerbrechlicher, wenn man sich seinen Schattenseiten stellen tut. Bewusstseinserweiterung hat seinen Preis - man muß seine Grenzen überschreiten. Und bei Menschen, die in einer Opferrolle stecken, sind diese Grenzen oft so starr, das sie nur sehr langsame spirituelle Fortschritte machen. Je tiefer der innere Konflikt, desto größer die Hindernisse auf dem Weg. In solch einem Fall ist es klug, Hilfe auf der Ebene in Anspruch zu nehmen, auf der das Problem besteht.
ergo lautet es richtigerweise dann "stelle keinen Zeitplan auf" vielen Menschen ich bereits begegnete (bzw in Gesprächen mit anderen davon häufig hörte), die von der Spiritualität wieder Abstand nahmen, weil sie ihre Ziele nicht schnell genug erreichten. Mit Sätzen "Ich habe mir zehn Jahre Zeit dafür gegeben. Was soll ich nun tun ? Das Leben ist kurz. Ich suche mir was anderes" ... Tja ,- wahr´scheinlicher ist, das diese Wochendkrieger dem Weg nur ein Jahr oder einen Monat lang folgten und dann aufgrund mangelnder Erfolge aufgaben. Enttäuschungen lassen sich am besten dadurch vermeiden, das man sich gar nicht erst einen festen Termin setzt. Das vermögen nur wenige Menschen, ohne die Motivation zu verlieren - doch diese Art der Motivation hätte sie sowieso nicht ans Ziel gebracht. Disziplin ist zweifelslos nörig, damit man nicht vergisst, regelmäßig zu meditieren, die Yogastunde zu besuchen und inspirierende Texte zu lesen (beispielhafte Aufzählungen möglicher Aktivitäten) damit man die eigenen Visionen nicht aus den Augen verliert. Doch zur Entwicklung spiritueller Gewohnheiten ist vor allem Hingabe vonnöten. Wenn sich die Visionen einem nicht Tag für tag ein Stückchen entfalten, sind Ablenkungen nicht zu vermeiden. Statt einen Zeitplan aufzustellen, sollte man sich die Unterstützung für sein spirituelles Wachstum suchen. Dazu eignen sich z.B. ein Lehrer, oder Diskussionsrunden (z.B. Foren wo ich auch mitschreibe), oder ein Partner/-in, der den Weg mit einen geht, ggf regelmäßige Seminare oder auch ein Tagebuch zu führen. Die Wahrscheinlichkeit, das man der Enttäuschung zum Opfer fallen könnte, wird dadurch sehr viel geringer.
Ferner ... keinen Zeitplan aufzustellen ist Zeichen und LEBEN an Sich Selbst und dem Universum, das man sich im Glauben und Vertrauen befindet.
Ich selbst bin gerade dabei, stecke drin... eine persönliche innere Hürde zu nehmen... Ich weiß, dass es an der Zeit ist, aus einem "Nebel" zu treten... das schwierige .. die Überwindung sehe ich in diesen Prozessverläufen darin, dass man gefordert ist, ins "Ungewisse" zu steigen/gehen...
Ich bin jetzt in dem Stadium, wo mein Körper zu rebellieren beginnt, weil ich innerlich wie äußerlich es nicht schaffe, diesen Schritt zu tun... weiß ungefähr worum es geht... aber es fehlt irgendwie die Kraft - NEIN, das VERTRAUEN. Hmmm.. Aber wiederum danke für deine Zeilen... fühle mich nun gleich weit weniger alleine in dem was mit/in mir passiert... geht ja offensichtlich mehreren so...
tja, und damit komme ich zum letzten Stolperstein ...
"Auf ein Wunder warten"
denke naheliegend das hierzu der richtige Satz lautet "Warte nicht auf ein Wunder !"
zumal, nur am Rande ... nahezu ständig und überall (kleine und große) Wunder geschehen, für diejenigen, die offenen Auges ihren Weg gehen
Es spielt letztlich keine Rolle, was man sich unter einem Wunder alles so vorstellt - das plötzliche Auftauchen einer Liebe, ein Heilmittel für eine bedrohliche Krankheit, von einem großen spirituellen Führer gesegnet zu werden oder immerwährende Glückseligkeit. Bei einem Wunder überlässt man Gott die ganze Arbeit. Man trennt die übernatürliche Welt von dieser Welt und erwartet, das sie eines Tages Notiz von Einen nimmt. Da es aber nur eine einzige Wirklichkeit gibt, besteht die Aufgabe darin, trennende Grenzen zu durchbrechen. Wenn man untätig auf ein Wunder wartet, bleiben diese Grenzen bestehen. Man bleibt dann für immer fern von Gott (oder dem großen Ganzen bzw wie immer man es für sich selber nennen tut) und sind ihm lediglich nur durch Wunschdenken verbunden.
Danke lieber Norbix du sprichst mir mal wieder aus dem Herzen
LEBEN ja und zwar im "Hier und jetzt" und nicht nach irgendetwas suchen, sondern das, was da ist annehmen. Es ist ohnehin so viel schönes dabei und lässt den negativen Dingen gar nicht viel Raum. Alles was ich bisher an Entwicklung erfahren durfte kam von selbst. Ich ließ mich einfach von meinem "Inneren" führen und das fühlt sich auch völlig okay an. Es braucht keine geistigen Führer, wenn du die Qualitäten, die in dir selbst stecken erkennst und annimmst.
"SEI der, der DU bist, nicht mehr, nicht weniger, aber der sei!"
Deine Beiträge werden immer spannender! Anfangs waren sie irgendwie anstrengend zu lesen, mittlerweile geht das runter wie Öl.
Nur folgendes kann ich nicht ganz nachvollziehen:
In Antwort auf:Man bleibt dann für immer fern von Gott (oder dem großen Ganzen bzw wie immer man es für sich selber nennen tut) und sind ihm lediglich nur durch Wunschdenken verbunden.
Ich schätze Du gehst von einer "eingeschränkten" Verbindung aus? Du sprichst von der "nähe" zum Schöpfer. Garkeine Verbindung kann nicht funktionieren. Sag ich jetzt einfach mal so..
-------------------- Konfuzius: "Wer die anderen kennt ist weise, doch wer sich selbst kennt ist erleuchtet!" --------------------