Der Weg, der mitgeteilt werden kann, ist nicht der ewige Weg. Der Name, der genannt werden kann, ist nicht der ewige Name. Das Namenlose ist der Anfang von Himmel und Erde. Das Benannte ist die Mutter der zehntausend Dinge. Allzeit ohne Wünsche, sieht man die Erscheinungsformen. Ihr Ursprung ist derselbe, unterschiedlich sind ihre Namen, sie erscheinen Dunkel. Dunkelheit inmitten von Dunkelheit. Das Tor zu allem Geheimnis.
Wenn die ganze Welt Schönes als schön erkennt, entsteht das Häßliche. Wenn die ganze Welt Gutes als gut erkennt, entsteht das Böse. Sein und Nicht-Sein erschaffen einander. Schwierig und einfach ergänzen einander. Lang und kurz heben sich voneinander ab; Hoch und tief ruhen aufeinander; Stimme und Klang schwingen miteinander; Vorne und hinten folgen einander. Die Weisen meditieren über das Nicht-Tun und lehren ohne Worte. Sie beobachten, wie alle Dinge ins Leben bersten, ohne einzugreifen; Gebären, ohne besitzen zu wollen; Handeln, ohne Ansprüche zu stellen; Aufgaben erfüllen, ohne dabei zu verweilen. Ohne verweilen, kein verlieren.
Die Weisen nicht erhöhen, beugt dem Streit vor. Den Reichtum nicht schätzen, beugt dem Diebstahl vor. Das Begehrenswerte nicht wahrnehmen, beugt der Verwirrung des Herzens vor. Die Weisen regieren, indem sie die Herzen leeren, die Bäuche füllen, Den Ehrgeiz schwächen und die Knochen stärken. Halte die Menschen ständig unschuldig und wunschlos, Dann werden sich die Schlauen nicht einmischen. Wenn nichts getan wird, wird sich alles zum Guten fügen.
Der Weg durchdringt alles; er kann allzeit benutzt werden, doch ist er niemals vollständig. Oh, so unergründlich, vielleicht der Ursprung der zehntausend Dinge! Nimm die Schärfe, Löse die Verwirrung, Mildere das Grelle, Werde eins mit dem Staub. Oh, so tief verborgen, doch allzeit gegenwärtig! Ich weiß nicht, wessen Kind er ist. Es ist das Abbild der Kaiser des Altertums.
Himmel und Erde sind unbarmherzig; Sie sehen alle Dinge als Opferstrohhunde. Die Weisen sind unbarmherzig; Sie sehen die Menschen als Opferstrohhunde. Ist es zwischen Himmel und Erde nicht wie ein Blasebalg? Leer und doch fällt er nicht zusammen, Je mehr er sich bewegt, desto mehr bringt er hervor. Mehr Worte sagen weniger. Halte an der Mitte fest.
Der Geist des Tales ist unsterblich, Er ist die Urmutter. Ihr Tor ist die Wurzel von Himmel und Erde. Ein schwebender Schleier, kaum zu sehen. Nimm ihn; es wird niemals fehlschlagen.
Der Himmel ist unvergänglich, die Erde besteht immerfort. Warum ist das so? Sie sind ungeboren, Darum allzeit lebend. Die Weisen treten zurück, und doch sind sie voraus. Wenn das Selbst aufgegeben wird, wird es verwirklicht. Wenn das Ich überschritten wird, gewinnt man Erfüllung.
Das höchste Gut gleicht dem Wasser. Wasser kommt den zehntausend Dingen zugute und kämpft nicht. Es fließt an Orten, die die Menschen vermeiden. So ist es nahe dem Weg. Kein Kampf - kein Tadel. Im Wohnen sei nahe dem Boden. In der Meditation gehe tief ins Herz. In Beziehungen sei sanft und freundlich. In der Sprache sei offen und ehrlich. Im Umgang mit Menschen sei fair und gerecht. In allen Dingen sei sorgfältig und tüchtig. In jeder Bewegung wähle den rechten Zeitpunkt.
Plötzlich innehalten ist besser als bis zum Rand zu füllen. Schärfe die Klinge übermäßig, und die Schneide wird bald stumpf. Gold und Jade füllen die Halle, wer kann sie sicher aufbewahren? Ruhm und Reichtum machen stolz, wer als man selbst ist zu tadeln? Ziehe dich zurück, wenn die Leistung vollbracht ist. Dies ist der Weg des Himmels.
Kannst du das Eine mit Körper und Seele umfassen, ohne Trennung? Kannst du dich auf den Atem konzentrieren und geschmeidig werden wie ein Neugeborenes? Kannst du die Urwahrnehmung läutern und reinigen wie makellose Jade? Kannst du die Menschen lieben und das Land regieren ohne Schläue? Kannst du die Pforten des Himmels öffnen und schließen, ohne Yin? Kannst du zu allen Dingen klar und offen sein, ohne zu handeln?
Gebären und nähren, ohne besitzen zu wollen, Handeln, ohne Ansprüche zu stellen, Wachsen lassen, ohne zu kontrollieren.
Das ist die ursprüngliche Tugend.
Dreißig Speichen teilen die Nabe; Das Loch in der Mitte macht es brauchbar. Forme Lehm zu einem Gefäß; Der innere Raum macht es brauchbar. Brich Türen und Fenster in ein Zimmer; Die Öffnungen machen es brauchbar. Man zieht Gewinn aus dem, was da ist; Man zieht Nutzen aus dem, was nicht da ist.
Die fünf Farben blenden das Auge. Die fünf Töne betäuben das Ohr. Die fünf Würzen trüben den Geschmack. Hetzen und Jagen machen den Verstand verrückt. Kostbare Dinge führen in die Irre.
Die Weisen lassen sich vom Bauch leiten, nicht von den Augen. Sie wählen dieses, anstatt jenes.
Nimm Schande mit Ehrfurcht hin. Erlebe Unglück mit deinem ganzen Selbst.
Was bedeutet: "Nimm Schande mit Ehrfurcht hin"? Nimm hin, daß du unwichtig bist. Mit Ehrfurcht gewinnen und mit Ehrfurcht verlieren. Das heißt Schande mit Ehrfurcht hinnehmen.
Was bedeutet: "Erlebe Unglück mit deinem ganzen Selbst"? Unglück kommt aus dir selbst. Ohne Selbst, wie könnte es da Unglück geben?
Schätze die Welt wie dich selbst; Dann kannst du für die Welt sorgen. Liebe die Welt wie dich selbst; Dann kannst du der Welt dienen.
Schau, er kann nicht gesehen werden - er ist flüchtig. Lausche, er kann nicht gehört werden - er ist geräuschlos. Greife zu, er kann nicht gehalten werden - er ist unfaßbar. Diese drei können nicht festgelegt werden; Sie verschmelzen zu einem.
Wenn er aufsteigt, erglitzert er nicht; Wenn er herabsteigt, verdunkelt er nicht: Wie ein ununterbrochener Faden, ohne Namen, Kehrt er ins Nichts zurück. Die formlose Form, Das bildlose Abbild, Er entschwindet und schäumt hervor.
Stehe ihm gegenüber, und du siehst nicht sein Antlitz. Folge ihm, und du siehst nicht seinen Rücken. Verweile mit dem Weg der alten Zeit, In seiner Gegenawart werden wir gewahr.
Den uralten Anfang kennen, das ist das Wesen des Weges.
Die alten Meister waren rätselhaft, elegant, tiefgründig und scharfsinnig. Unergründlich war die Tiefe ihres Wissens. Da es so unergründlich war, Laß uns versuchen ihr Auftreten zu beschreiben. Vorsichtig, wie einen vereisten Winterstrom überquerend. Wachsam, wie Nachbarn von allen Seiten befürchtend. Duldsam, wie alles umfassend. Nachgebend, wie schmelzendes Eis. Einfach, wie ein unbehauener Block. Leer, wie ein verborgenes Tal. Undurchsichtig, wie ein trüber Tümpel.
Wer kann ruhig abwarten, bis der Schlamm sich setzt? Wer kann in Ruhe verweilen, bis zum Augenblick der Handlung? Wer dem Weg folgt sucht nicht Vollständigkeit. Wenn man nicht Vollständigkeit sucht, Kann man allzeit erschöpft sein, ohne sich auffrischen zu müssen.
Gelange zu äußerster Leere. Bewahre höchste Gelassenheit. Die zehtausend Dinge bersten ins Leben, während ich ihre Rückkehr beobachte. Alles Lebendige kehrt zu seinen Wurzeln zurück und erreicht Gelassenheit. Das heißt zur Bestimmung zurückkehren. Zur Bestimmung zurückkehren heißt Beständigkeit. Um Beständigkeit wissen ist Klarheit. Um Beständigkeit nicht wissen ist Unglück. Wenn man um Beständigkeit weiß, dann ist Nachsicht da. Nachsicht führt zu Unparteilichkeit. Unparteilichkeit bringt Edelsinn. Durch edles Verhalten erreicht man das Göttliche. Im Göttlichen ist man eins mit dem Weg. Der Weg ist unvergänglich. Der Körper schwindet dahin, der Weg stirbt nie.
Das Allererhabenste ist unter den Menschen kaum bekannt. Darauf folgt das, was sie lieben und preisen, Darauf das, was sie fürchten; Darauf das, was sie verachten. Wer nicht genug vertraut, wird kein Vertrauen finden. Wenn Leistungen erbracht werden, Ohne sich zu sorgen und kaum ein Wort, Dann sagen die Leute: "Wir haben es gemacht!"
Wenn der große Weg verfällt, Entstehen Wohlwollen und Rechtschaffenheit. Wenn Wissen und Intelligenz aufkommen, Beginnt die große Heuchelei.
Wenn kein Frieden in der Familie herrscht, Entstehen Respekt gegenüber den Eltern und Mitgefühl. Wenn Korruption und Chaos in der Nation vorherrschen, Erscheinen treue Minister.
Gib Heiligkeit auf, verzichte auf Wissen, Es wird für alle hundert mal besser sein.
Gib Wohlwollen auf, verzichte auf Rechtschaffenheit, Respekt gegenüber den Eltern und Mitgefühl werden wiederhergestellt sein.
Gib Schläue auf, verzichte auf Gewinn, Banditen und Diebe werden verschwinden.
Diese drei sind Erscheinungsformen; in sich sind sie nicht vollständig. Wesentlicher ist es, Das Einfache zu sehen. Umfasse deine wahre Natur, Laß Selbstsucht fallen Und mäßige das Verlangen.
Gib das Lernen auf, und mache deinen Sorgen ein Ende.
Gibt es einen Unterschied zwischen Ja und Nein? Gibt es einen Unterschied zwischen gut und böse? Muß ich das fürchten, was andere fürchten? Wie sinnlos! Gleich einer öden Wüste ohne Ende.
Leute laufen umher. Jetzt genießen sie das Opferfest des Ochsen; Nun besteigen sie die Bühne und feiern das Frühlingsfest; Doch ich allein lasse mich treiben, weiß nicht wer ich bin. Wie ein Neugeborenes, bevor es lernt zu lächeln. Ich allein habe keinen Platz, wohin ich gehen kann.
Andere haben gefunden was sie wollen, Doch ich allein scheine verloren zu sein. Ich habe das Herz eines Narren! Wie verworren! Andere sind klar, Doch ich allein bin benommen. Andere sind scharfsinnig, Doch ich allein bin stumpfsinnig. Ich treibe wie die Wellen auf der See, Vom Wind bestimmt und richtungslos.
Andere haben etwas zu tun, Doch ich allein bin tollkühn und fühle mich wertlos. Ich bin anders. Mich nährt meine Mutter.
Die höchste Tugend ist dem Weg zu folgen und nur dem Weg allein. Der Weg ist schwindend und hervorschäumend. Wie hervorschäumend und schwindend ist er, und doch ist darin ein Bild. Wie schwindend und hervorschäumend ist er, und doch ist darin Inhalt. Wie tiefsinnig und undurchsichtig ist er, und doch ist darin Gehalt. Dieses Wesen ist zutiefst wahr, und darin liegt der Glaube. Von Anbeginn bis Heute geriet sein Name nie in Vergessenheit. Derart ist die Quelle aller Dinge. Woher weiß ich das? Eben daher.
Gib nach und sei siegreich. Beuge dich und sei aufrecht. Leere dich und sei erfüllt. Erschöpfe dich und sei erneuert. Besitze wenig und gewinne viel. Besitze viel und sei verwirrt.
Die Weisen umfassen das Eine Und werden zum Vorbild für die Welt. Sie stellen sich nicht zur Schau, Folglich sind sie berühmt. Sie sind nicht rechtschaffen, Folglich erreichen sie es. Sie sind nicht überheblich, Folglich haben sie Bestand. Weil sie nicht streiten, Streitet niemand in der Welt mit den Weisen. Der alte Spruch: "Gib nach und sei siegreich" Ist tatsächlich nicht umsonst gesprochen. Sei wahrhaft eins und kehre zurück.
Wenige Worte zu gebrauchen ist natürlich. Heftige Winde währen nicht den ganzen Morgen. Starker Regen währt nicht den ganzen Tag. Warum ist das so? Wegen Himmel und Erde. Wenn Himmel und Erde die Dinge nicht verewigen können, Wie ist es dann der Menschheit möglich?
Wer dem Weg folgt, Gibt sich dem Weg hin. Wer Tugend übt, Gibt sich der Tugend hin. Wer Verlust erfährt, gibt sich dem Verlust hin. Wenn du dich dem Weg hingibts, Bist du eins mit dem Weg. Wenn du dich der Tugend hingibst, Bist du eins mit der Tugend. Wenn du dich dem Verlust hingibst, Bist du eins mit dem Verlust.
Wer nicht genug vertraut, wird kein Vertrauen finden.
Wer sich auf Zehenspitzen stellt, steht nicht. Wer große Schritte macht, geht nicht. Wer sich zur Schau stellt, ist nicht berühmt. Wer rechtschaffen ist, ragt nicht hervor. Wer etwas vorgibt zu sein, ist nicht erfolgreich. Wer überheblich ist, hat keinen Bestand. Die dem Weg folgen sagen: "Dies ist unnötige Nahrung und überflüssiges Gepäck." Sie vermeiden es Und halten sich damit nicht auf.
Irgend etwas war formlos vorhanden, Vor Himmel und Erde geboren. In der Stille und Leere, Unerschütterlich steht es für sich da, Immer wiederkehrend ohne Unterlaß. Vielleicht ist es die Mutter des Kosmos. Ich kenne nicht seinen Namen. Nenne es den Weg. Da ich kein besseres Wort weiß, nenne ich es das Höchste.
Weil es das Höchste ist, dehnt es sich aus. Es dehnt sich weit ins Jenseits. Weit ins Jenseits gedehnt, kehrt es zurück.
Der Weg ist das Höchste; Der Himmel ist das Höchste; Die Erde ist das Höchste; Der Herrscher ist auch das Höchste. Dies sind die vier Höchsten im Universum, Und der Herrscher ist nur einer von ihnen.
Die Menschheit folgt der Erde. Die Erde folgt dem Himmel. Der Himmel folgt dem Weg. Der Weg folgt der Natur.
Das Schwere ist die Wurzel des Leichten; Sie Stille ist der Herr der Bewegung.
Auch wenn die Weisen den ganzen Tag wandern, Verlieren sie das Gepäck nie aus den Augen. Sie bleiben unberührt und sind erhaben, Und das auch bei herrlichster Aussicht.
Wie könnte der Herr von zehtausend Streitwagen leichtfertig gegenüber der Welt handeln? Leicht sein heißt, die Basis verlieren. Rastlos sein heißt, die Mitte verlieren.
Eine gute Bewegung hinterläßt keine Spuren, Eine gute Rede zeigt keine Mängel, Ein guter Rechner braucht keinen Rechenstab. Eine gute Tür braucht kein Schloß, Und doch kann niemand sie öffnen. Eine gute Bindung benötigt keinen Knoten, Und doch kann niemand sie lösen.
Die Weisen sorgen für alle Menschen Und lassen niemanden aus. Sie sorgen für alle Dinge Und lassen nichts aus.
Dies wird "mit dem inneren Licht verschmelzen" genannt.
Der gute Mensch ist der Lehrer des schlechten Menschen. Der schlechte Mensch ist der Helfer des guten. Wenn der Lehrer nicht geachtet wird, Und der Helfer nicht geliebt wird, So schlau man auch sein mag, Es führt in die Irre.
Das ist das Wesen des Geheimnis.
Wisse um das Männliche, Sei das Weibliche! Fließe wie der Strom des Universums! Als Strom des Universums, Allzeit tugendhaft und standhaft, Sei wieder wie ein Kind.
Wisse um das Helle, Sei das Dunkle! Handle wie ein Vorbild für die Welt! Als Vorbild für die Welt, Allzeit tugendhaft und unerschütterlich, Kehre noch einmal zurück in die Leere.
Wisse um Ruhm, Sei das Bescheidene! Sei das Tal der Erde! Als Tal der Erde, Allzeit tugendhaft und zufrieden, Kehre noch einmal zum unbehauenen Block zurück.
Wenn der Block aufgebrochen wird, wird ein Gefäß daraus gemacht. Die Weisen benutzen es um zu regieren. Ein guter Schneider schneidet wenig.
Denkst du etwa, du kannst das Universum nehmen und es umwandeln? Ich glaube nicht, daß es möglich ist.
Das Universum ist heilig. Es kann nicht umgewandelt werden. Es umzuwandeln heißt, es zu zerstören. Es zu ergreifen heißt, es zu verlieren.
Die Weisen vermeiden Extreme, Maßlosigkeit und Selbstgefälligkeit.
Unterweise einen Herrscher in der Art des Weges; Rate ihm keine Gewalt anzuwenden im Umgang mit der Welt. Gewalt erzeugt Gewalt. Wo immer die Armee vorbeizog, schießt Dornengestrüpp hervor. Magere Jahre folgen auf einen großen Krieg. Sei einfach entschlossen. Wage nicht auf Gewalt zurückzugreifen.
Sei entschlossen, Ohne zu prahlen, Sei entschlossen, Ohne dich zu rühmen. Sei entschlossen, Ohne Überheblichkeit. Sei entschlossen, Denn das ist der natürliche Weg. Sei entschlossen, Jedoch nicht mit Gewalt.
Ein wuchtiger Stoß ist nicht von Dauer. Dies ist nicht die Art des Weges. Was dem Weg widerspricht, findet ein frühes Ende.
Gute Waffen sind Werzeuge schlechter Vorzeichen. Sie werden von allen gemieden. Die dem Weg folgen, benutzen sie nie. Die Weisen bevorzugen die Linke zu Hause, Und bevorzugen die Rechte im Krieg.
Waffen sind Werkzeuge schlechter Vorzeichen. Sie sind nicht Werkzeuge der Weisen, Und sie werden nur benutzt wenn es keine andere Wahl gibt. Frieden und Ruhe sind dem Herzen lieb, Und Sieg kein Grund zur Freude. Wer sich am Sieg erfreut, hat Gefallen am Töten; Wer Gefallen am Töten hat, dessen Wille wird sich in der Welt nicht durchsetzen.
Bei freudigen Anlässen wird der Linken Vorzug gegeben, Bei traurigen Anlässen wird der Rechten der Vorzug gegeben. In der Armee steht der Feldherr zur Linken, Der Oberbefehlshaber zur Rechten. Dies bedeutet, daß der Krieg wie ein Begräbnis begangen wird. Wenn viele Menschen getötet werden, Sollten sie beweint und beklagt werden. Deshalb muß ein Sieg wie ein Begräbnis begangen werden.
Der Weg bleibt für immer unbestimmt. Obschon er klein ist, kann keiner in der Welt ihn ergreifen. Wenn Prinzen und Herren ihn nutzen könnten, Würden die zehntausend Dinge auf natürliche Weise folgen. Himmel und Erde würden zusammen kommen, Und süßer Tau würde fallen. Alle Dinge würden sich ins Gleichgewicht bringen, Und Einmischung wäre nicht notwendig.
Als Gesetz und Ordnung anfingen sich durchzusetzen, kamen Namen auf. Es gibt bereits genug Namen. Man muß wissen, wann innezuhalten ist. Wer weiß wann innezuhalten ist, wird niemals fehlschlagen. Der Weg auf Erden ist wie ein Fluß im Tal, der heimfließt zum Meer.
Andere zu kennen bedeutet Weisheit, Sich selbst zu kennen bedeutet Einsicht. Andere zu bezwingen erfordert Kraft; Sich selbst bezwingen erfordert Stärke.
Zufrieden sein heißt reich sein. Mit Nachdruck etwas durchführen bedeutet Wille. Seinen Platz nicht verlieren heißt Bestand haben. Sterben und doch weiterleben bedeutet Unsterblichkeit.
Der große Weg durchdringt alles, mal zur Linken, mal zur Rechten. Er versorgt die zehntausen Dinge ohne Zögern. Er erfüllt seinen Zweck ohne Ansprüche zu stellen.
Er kleidet und nährt die zehntausend Ding, Doch kommandiert sie nicht. Stets ohne Wunsch, sein Name ist klein.
Die zehntausend Dinge kehren zu ihm zurück, Doch beherrscht er sie nicht. Sein Name ist groß.
Weil er keinen Anspruch auf Größe stellt, Ist er wahrlich groß.
Die ganze Welt wird sich um den scharen, der den großen Weg bewahrt, Denn darin liegt Friede, Glück und Segen.
Wanderer mögen für Musik und gutes Essen haltmachen, Wenn der Weg den Mund verläßt, Scheint er mild oder geschmacklos zu sein. Schau, er kann nicht gesehen werden. Lausche, er kann nicht gehört werden. Und doch kann er nicht erschöpft werden.
Was schrumpft, Muß sich zuerst ausdehnen. Was schwach wird, Muß zuerst gestärkt werden. Was abgebrochen wird, Muß zuerst aufgebaut werden. Was genommen wird, Muss zuerst gegeben werden.
Das ist die geheime Weisheit. Weiches und Schwaches besiegt Hartes und Starkes.
Fische können tiefe Wasser nicht verlassen, Und die Waffen eines Landes sollten nicht zur Schau gestellt werden.
Der Weg verweilt im Nicht-Tun, Doch nichts bleibt ungetan. Wenn Prinzen und Herren dies beachteten, Würden sich alle Dinge auf natürliche Weise umwandeln. Nach der Umwandlung ist Verlangen nach Handlung da, Sei besser in der ursprünglichen Natur verwurzelt. Ohne Verlangen ist Gelassenheit da. Die ganze Welt wird in Frieden sein.
Der wahrhaft Tugendhafte ist sich seiner Tugend nicht bewußt, Daher hat er Tugend. Der minder Tugendhafte versucht die Tugend nicht zu verlieren, Daher hat er keine Tugend.
Der wahrhaft Tugendhafte tut nichts, Doch läßt nichts ungetan. Der minder Tugendhafte tut etwas, Doch läßt etwas übrig zu tun.
Der wahrhaft Wohlwollende tut etwas, doch läßt nichts ungetan. Der wahrhaft Rechtschaffene tut etwas, doch läßt etwas ungetan. Der wahrhaft Anständige tut etwas, und niemand springt darauf an. So krempelt er die Ärmel hoch um Ordnung zu erzwingen.
Wenn der Weg verloren ist, dann ist Tugend da. Wenn Tugend verloren ist, dann ist Wohlwollen da. Wenn Wohlwollen verloren ist, dann ist Rechtschaffenheit da. Wenn Rechtschaffenheit verloren ist, dann ist Anstand da. Anstand ist oberflächliche Treue und Vertrauen, er ist der Kern von Verwirrung. Wissen um die Zukunft ist ein blumenreicher Weg, Es ist der Anfang von Torheit.
Die wahrhaft Großen verweilen in dem, was tief ist, und nicht in dem, was seicht ist, Bei der Frucht und nicht bei der Blüte. Deshalb halten sie fest an diesem und lassen jenes los.
Es gab jene, die seit alten Zeiten das eine erlangen: Der Himmel erlangt das Eine und ist rein. Die Erde erlangt das Eine und ist göttlich. Der Strom im Tal erlangt das Eine und ist vollkommen. Die zehntausend Dinge erlangen das Eine und sind geboren. Prinzen und Herren erlangen das Eine und Ergebenheit ist im Überfluß vorhanden. Sie alle sind nur aufgrund des Einen.
Wäre der Himmel nicht rein, er würde zerspringen. Hätte die Erde keinen Frieden, sie würde sich spalten. Wäre der Geist nicht göttlich, er würde an Wirksamkeit verlieren. Wäre der Strom des Tales nicht vollkommen, er würde austrocknen. Wären die zehntausend Dinge nicht geboren, sie würden aussterben. Würden Prinzen und Herren nicht geachtet, das Land würde zerfallen.
Deshalb ist Bescheidenheit die Wurzel des Edlen. Das Niedrige ist die Grundlage des Hohen. Prinzen und Herren betrachten sich als "verwaist", "verwitwet" und "wertlos". Sind sie nicht in der Bescheidenheit verwurzelt?
Viele Wagen bedeuten keinen Wagen. Klingele nicht wie Jade, Poltere lieber wie Stein.
Zurückkehren ist die Bewegung des Weges. Nachgeben ist die Art des Weges. Die zehntausend Dinge sind aus dem Etwas geboren. Etwas ist aus dem Nichts geboren.
Der höchste Gelehrte hört vom Weg und übt ihn sorgfältig. Der gewöhnliche Gelehrte hört vom Weg und denkt hin und wieder daran. Der geringe Gelehrte hört vom Weg und lacht schallend. Gäbe es kein Gelächter, wäre es nicht der Weg.
Daher heißt es: Der offensichtliche Weg scheint verborgen; Vorwärtsgehen erscheint als Rückzug; Der einfache Pfad erscheint schwierig; Höchste Tugend erscheint unaufrichtig; Große Reinheit erscheint befleckt; Überfluß an Tugend erscheint oberflächlich; Das wirklich Wesentliche erscheint vergänglich; Der größte Raum hat keine Ecken; Große Talente reifen spät; Die höchsten Töne sind kaum zu hören; Die höchste Anschauung hat keine Form. Der Weg ist verborgen und namenlos. Allein der Weg verleiht sich selbst Vollendung.
Der Weg erzeugte Eins. Eins erzeugte Zwei. Zwei erzeugte Drei. Und Drei erzeugte die zehntausend Dinge.
Die zehntausend Dinge tragen das Yin und umfassen das Yang. Durch Verschmelzen ihrer Energien erreichen sie Einklang.
Die Menschen hassen es "verwaist", "verwitwet" und "wertlos" zu sein, Doch so sprechen Prinzen und Herren von sich.
Denn man gewinnt durch Verlust Und verliert durch Gewinn.
Was andere lehren, lehre auch ich: "Ein gewalttätiger Mensch stirbt einen gewaltsamen Tod." Das ist der Kern meiner Lehre.
Das Allerweichste im Universum Durchdringt das Allerhärteste. Das was nicht stofflich ist, kann auch dort eindringen, wo kein Raum ist. Daher weiß ich um den Nutzen des Nicht-Tuns.
Die Lehre ohne Worte und Nutzen des Nicht-Tuns Wird nur von wenigen verstanden.
Ruhm oder Selbst: was ist wichtiger? Selbst oder Reichtum: was zählt mehr? Gewinn oder Verlust: was schadet mehr?
Große Zuneigung verursacht große Besorgnis. Übermäßiger Vorrat bringt schweren Verlust. Selbstzufriedenheit bringt keine Schande. Zu wissen, wann innezuhalten ist, vermeidet Ärgernis. Dies ist die Art, für immerfort zu bestehen.
Höchste Vollkommenheit erscheint unvollkommen, Ihre Anwendung kann nicht vermindert werden. Höchste Fülle erscheint unzureichend, Ihr Gebrauch kann nicht erschöpft werden.
Bewegung besiegt Kälte. Stille besiegt Hitze. Stille und Gelassenheit bringen alle Dinge in Ordnung.
Wenn der Weg in der Welt gegenwärtig ist, Transportieren Rennpferde den Mist. Wenn der Weg von der Welt fern ist, Werden auf dem Land Kampfrosse gezüchtet.
Es gibt keine größere Sünde als Verlangen, Keinen größeren Fluch als Unzufriedenheit, Kein größeres Verbrechen als Habgier. Wer weiß, daß genug genug ist, wird immer genug haben.
Ohne aus der Tür zu treten, kannst du die Wege der Welt kennen. Ohne aus dem Fenster zu schauen, kannst du die Wege des Himmels kennen. Je weiter du gehst, desto weniger weißt du.
Die Weisen wissen, ohne zu reisen, Benennen, ohne zu sehen; Wirken, ohne zu handeln.
Im Streben nach Gelehrsamkeit kommt jeden Tag etwas hinzu. Im Streben nach dem Weg wird jeden Tag etwas weniger.
Vermindere und vermindere weiter, Bis nichts mehr getan werden muß. Wenn nichts getan wird, bleibt nichts ungetan.
Die Welt wird durch Nicht-Eingreifen regiert. Sie kann nicht durch Eingreifen regiert werden.
Die Ansichten der Weisen sind flexibel. Sie sind sich der Ansichten aller Menschen bewußt.
Ich bin gütig zu Menschen, die gut sind. Ich bin auch gütig zu Menschen, die nicht gut sind. Güte ist Tugend. Ich vertraue Menschen, die vertrauenswürdig sind. Ich vertraue auch Menschen, die nicht vertrauenswürdig sind. Vertrauen ist Tugend.
Die Weisen treten in der Welt leise auf Und verschmelzen mit den Ansichten aller Menschen. Die Menschen richten ihre Augen und Ohren auf die Weisen, Die sie ernähren wie ihre Kinder.
Zwischen Geburt und Tod Folgen drei von zehn dem Leben, drei von zehn folgen dem Tod, Jene, die sich nur von Geburt zum Tod bewegen, Sind auch drei von zehn. Warum ist dies so? Weil sie sich im Leben zu sehr verwöhnen.
Jene, die zu leben wissen, Treffen auf dem Land weder Nashorn noch Tiger an. Im Krieg benötigen sie weder Rüstung noch Waffen. Nashörner finden an ihnen keine Stelle ihr Horn zu stoßen, Tiger finden keine Stelle ihre Krallen anzusetzen Und Waffen keine stelle sie zu durchbohren. Warum ist dies so? Weil in ihnen kein Raum für Tod ist.
Alle Dinge entstehen aus dem Weg. Die Tugend veredelt sie, Das Stoffliche verleiht ihnen Gestalt. Die zehntausend Dinge achten alle den Weg und ehren die Tugend. Die Achtung vor dem Weg und das Ehren der Tugend Kommen aus eigenem Antrieb, ohne Anweisung.
Der Weg schenkt Leben. Die Tugend zieht auf, Entfaltet, umsorgt, Gibt Zuflucht, heilt, Nährt und beschützt. Gebären, ohne zu besitzen, Handeln, ohne Ansprüche zu stellen, Wachsen lassen, ohne zu kontrollieren, Dies ist ursprüngliche Tugend.
Es gibt einen Anfang des Kosmos, Die Mutter aller Dinge. Die Mutter zu erkennen heißt, den Sohn zu kennen. Den Sohn zu kennen, und doch in Verbindung mit der Mutter zu bleiben, Heißt, bis ans Lebensende ohne Sorge zu sein.
Verschließe die Sinne, Schließe das Tor, Und Leben ist immer voll. Öffne die Sinne, Sei immer viel beschäftigt, Und Leben ist jenseits von Hilfe.
Das Kleine zu sehen, ist Einsicht; Behutsames Nachgeben ist Stärke. Das Helle benutzen, zur Klarheit zurückkehren, So hinterläßt es am Körper keinen Schaden. Das heißt, sich in Beständigkeit üben.
Wenn ich auch nur ein bißchen Verstand habe, Will ich den großen Weg gehen, Und meine einizge Furcht wäre abzuweichen. Der große Weg ist schlicht, Die Menschen ziehen Ablenkungen vor.
Hofräume sind prachtvoll geschmückt, Felder sind voller Unkraut, Getreidespeicher sind leer. Menschen kleiden sich in schmuckvolle Stickereien, Tragen scharfe Schwerter, Verwöhnen sich mit Essen und Trinken, Besitzen übermäßigen Reichtum, Räuberbarone sind sie. Dies ist gewiß nicht die Art des Weges.
Ein gutes Gebäude kann nicht erschüttert werden. Ein guter Griff kann nicht gelöst werden. Die Verehrung der Ahnen darf nicht vernachlässigt werden.
Pflege Tugend in dir selbst, Und sie wird wahr sein. Pflege Tugend in der Familie, Und sie wird reichlich sein. Pflege Tugend in der Dorfgemeinschaft, Und sie wird gedeihen. Pflege Tugend in der Nation, Und sie wird im Überfluß vorhanden sein.
Betrachte das Selbst durch das Selbst; Betrachte die Familie durch die Familie; Betrachte die Dorfgemeinschaft durch die Dorfgemeinschaft; Betrachte die Nation durch die Nation; Betrachte die Welt durch die Welt.
Woher weiß ich, daß die Welt so ist? Eben daher!
Wer mit Tugend angefüllt ist, ist wie ein Neugeborenes. Frei von Wespenstichen und Schlangenbissen; Frei von den wilden Klauen der Tiere; Frei von Angriffen der Raubvögel. Die Knochen sind weich, die Muskeln zart, Und doch ist der Griff fest. Es hat die Vereinigung von Yin und Yang noch nicht erfahren, Und ist doch voller Lebenskraft. Dies ist das vollkommene Wesen. Es schreit den ganzen Tag, ohne heiser zu werden. Dies ist vollkommener Einklang.
Um Einklang wissen ist Beständigkeit. Um Beständigkeit wissen ist Einsicht.
Das Leben zu verbessern, ist verhängnisvoll. Die Kraft durch den Geist zu erzwingen, ist gewaltsam. Ein wuchtiger Stoß ist nicht von Dauer. Dies ist nicht die Art des Weges. Was dem Weg widerspricht, findet ein frühes Ende.
Jene, die wissen, reden nicht. Jene, die reden, wissen nicht.
Verschließe die Sinne. Schließe das Tor. Nimm die Schärfe. Löse die Verwirrung. Mildere das Grelle. Werde eins mit dem Staub. Dies ist die ursprüngliche Einheit.
Sie ist jenseits von Vertrautheit oder Trennung, Nutzen oder Schaden, Ehre oder Schande. Daher wird sie von der Welt geachtet.
Regiere eine Nation mit Gerechtigkeit. Führe Krieg mit Überaschungsangriffen. Gebrauche Nicht-Tun, um die Welt zu gewinnen. Woher weiß ich, daß dem so ist? Eben daher!
Je mehr Tabus und Verbote, Desto ärmer die Menschen. Je schärfer die Waffen, Desto mehr Chaos in der Nation. Je geschickter und schlauer die Menschen, Desto mehr Zierrat und Luxus kommen auf. Je mehr Gesetze und Regeln, Desto mehr Banditen und Diebe.
Die Weisen sagen: Ich handle nicht, die Menschen werden umgewandelt. Ich erfreue mich der Ruhe, und die Menschen werden ehrlich. Ich tue nichts, und die Menschen werden reich. Ich habe kein Verlangen, und die Menschen kehren zu ihrer ursprünglichen Natur zurück.
Wenn das Land mit einer leichten Hand regiert wird, Sind die Menschen schlicht und zufrieden. Wenn das Land mit Strenge regiert wird, Sind die Menschen verarmt und unzufrieden.
Glück ist im Unglück verwurzelt. Unglück lauert hinter dem Glück. Wer weiß ein Ende? Gerechtigkeit wird verzerrt. Güte wird zur Hexerei. Zauber hält lange an.
Die Weisen sind scharf, doch nicht schneidend; Treffend, doch nicht durchbohrend; Geradeheraus, doch nicht zügellos; Glänzend, doch nicht blendend.
Um Menschen zu regieren und dem Himmel zu dienen, Kommt nichts dem Gebrauch von Zurückhaltung gleich, Zurückhaltung heißt sich frühzeitig aufgeben. Frühzeitiges Aufgeben bedeutet lang angesammelte Tugend. Wenn lang angesammelte Tugend da ist, kann nichts unbesiegt bleiben. Wenn nichts unbesiegt bleiben kann, kennt keiner ihre Grenzen. Wenn keiner ihre Grenzen kennt, kann eine Nation regiert werden. Das mütterliche Regierungsprinzip gilt für eine lange Zeit. Dies bedeutet tiefe Wurzeln und ein festes Fundament. Der Weg langen Lebens und dauernder Voraussicht.
Eine große Nation zu regieren, ist wie das Kochen eines kleinen Fisches. Nähere dich der Welt mit dem Weg, Und böse Geister haben keine Macht. Nicht, daß sie machtlos wären, Doch ihre Macht ist harmlos. Nicht nur ihre Macht ist harmlos, Die Weisen sind auch harmlos. Sie schaden sich gegenseitig nicht, So vereint sich die Tugend und kehrt zurück.
Ein großes Land ist wie niedrig gelegenes Land. Es ist der Sammelpunkt der Welt, Es ist die Mutter der Welt.
Das Weibliche wendet Gelassenheit an, um zu besiegen; Das Männliche gewinnt Gelassenheit durch Bescheidenheit.
Wenn ein großes Land sich zu einem kleinen herabläßt, Gewinnt es das kleine Land. Wenn ein kleines Land sich zu einem großen Land herabläßt, Gewinnt es das große Land. Sich herablassen, um zu gewinnen Heißt sich herablassen, um gewonnen zu werden.
Ein großes Land muß sich ausdehnen und die Menschen ernähren; Ein kleines Land muß sich anschließen und den Menschen dienen. Wenn beide ihre Bedürfnisse erfüllen, Ist es für ein großes Land angemessen bescheiden zu sein.
Der Weg ist der Ursprung der zehntausend Dinge. Er ist der Schatz des Guten und die zuflucht des Schlechten. Süße Worte sind für den Markt; Ehrenhafte Taten sind für die Menschheit. Auch wenn Menschen schlecht sind, warum sie aufgeben? Wenn der Herrscher gekrönt ist Und die Minister eingesetzt sind, Obwohl sogar Gaben von Jade gebracht werden und ein Gespann Pferde, Lege besser die Hände in den Schoß und biete den Weg an. Warum wird der Weg seit alten Zeiten geehrt? Ist es nicht deshalb, weil man findet, was man sucht und weil einem vergeben wird, wenn man sündigt? Deshalb wird er von der Welt geehrt.
Handle, ohne zu handeln. Tue, ohne zu tun. Schmecke, ohne zu schmecken. Vergrößere das Kleine, vermehre das Wenige. Belohne Bitterkeit mit Tugend.
Suche das Schwierige im Einfachen. Erreiche Größe im Kleinen.
In der Welt müssen schwierige Aufgaben auf einfache Art gelöst werden. Große Taten müssen durch kleine Schritte erreicht werden. Die Weisen beabsichtigen keine Größe, Daher erreichen sie Größe.
Leichtfertige Versprechen flößen wenig Vertrauen ein. Große Leichtigkeit bringt viele Schwierigkeiten. Die Weisen sind sich dessen bewußt Und haben daher keine Schwierigkeiten.
Das, was ruht, kann leicht gehalten werden; Das, was noch nicht eindeutig ist, kann leicht behandelt werden. Das Spröde wird leicht zerbrochen; Das Kleine wird leicht zerstreut.
Befasse Dich mit dem Problem, bevor es sich entfaltet. Bringe die Dinge in Ordnung, bevor Unordnung herrscht.
Ein Baum, so dick wie eine Armspanne, entsprießt einem winzigen Samenkorn. Eine Terrasse mit neun Stufen, beginnt mit einem Erdhaufen; Eine Reise von tausend Meilen, fängt mit einem Schritt an.
Wer eingreift, scheitert; Wer festhält, verliert. Die Weisen greifen nicht ein, somit scheitern sie nicht. Sie halten nicht fest, somit verlieren sie nicht.
Gewöhnlich scheitern die Menschen an der Schwelle zum Erfolg. Verwende auf das Ende genauso viel Sorgfalt wie auf den Anfang, Dann wird es keinen Mißerfolg geben.
Die Weisen suchen Freiheit von Verlangen. Sie schätzen keine kostbaren Dinge. Und lernen sich zu entwöhnen. Sie bringen den Menschen zurück, was sie verloren, Helfen den zehntausend Dingen ihre eigene Natur zu finden Und enthalten sich einzugreifen.
In alten Zeiten versuchten jene, die um den Weg wußten, die Menschen nicht zu erleuchten, Sondern hielten sie im Dunklen. Warum ist es schwierig zu regieren? Weil die Menschen zu schlau sind. Eine Nation mit Schläue zu regieren, Ist Verrat am Land. Eine Nation ohne Schläue zu regieren, Ist Segen für das Land. Wisse um diese beiden Möglichkeiten Als eine althergebrachte Regel. Die alten Regeln zu verstehen, ist ursprüngliche Tugend. Sie kehrt mit allen Dingen zurück Zum großen Einen.
Warum ist das Meer Herr der hundert Täler? Weil es immer tiefer liegt als sie, Daher ist es Herr der hundert Täler.
Um oben zu sein, muß man von unten sprechen. Um vorne zu sein, muß man zurückbleiben. Die Weisen stehen oben, und die Menschen fühlen sich nicht unterdrückt; Die Weisen gehen voran, und die Menschen nehmen keinen Schaden. Die Welt kommt freudig zusammen, ohne ihrer überdrüssig zu werden.
Wer keinen Streit sucht, Wird keinem Streit begegnen.
Die ganze Welt sagt, der Weg ist groß, jedoch unschicklich. Weil er groß ist, erscheint er nicht als anständig. Wenn er anständig wäre, wäre er schon längst untergegangen.
Ich habe drei Schätze, die mir lieb und teuer sind. Der erste ist Mitgefühl; der zweite Sparsamkeit; Der dritte, nicht wagen voraus zu sein. Mitgefühl gibt Mut; Sparsamkeit führt zu Großzügigkeit; Nicht wagen voraus zu sein, gibt meinen Talenten Raum zu reifen.
Heutzutage geben die Menschen Mitgefühl auch für den Mut; Sie verwerfen Sparsamkeit, doch versuchen großzügig zu sein; Sie bleiben nicht zurück, sondern versuchen voraus zu sein. Das ist tatsächlich der Tod.
Mitgefühl bringt Sieg im Kampf. Dies ist die Art, wie der Himmel rettet und beschützt.
Ein guter Krieger ist nicht kampflustig. Ein guter Kämpfer ist nicht zornig. Ein guter Gewinner ist nicht rachsüchtig. Ein guter Dienstherr ist demütig. Dies ist die Tugend des Nicht-Streitens. Dies bedeutet, die Stärke des Menschen zu gebrauchen. Es ist das Höchste der himmlischen Ahnen.
In der "Kunst des Kriegführens" gibt es eine Redensart: Ich wage es nicht Gastgeber zu sein, sondern bin lieber Gast; Ich wage es nicht einen Zoll vorzurücken, sondern weiche lieber einen Fuß zurück.
Dies ist marschieren, ohne daß es als marschieren erscheint, Die Ärmel hochkrempeln, ohne die Arme zu zeigen, Den Feind angreifen, ohne anzugreifen, Bewaffnet sein ohne Waffen.
Es gibt keine größere Katastrophe, als den Feind zu unterschätzen. Indem ich den Feind unterschätze, verliere ich fast was mir lieb ist.
Wenn man sich in den Kampf begibt, Gewinnt der Unterlegene.
Meine Worte sind leicht zu verstehen und leicht zu befolgen. Doch niemand in der ganzen Welt kennt sie oder folgt ihnen.
Worte haben Ahnen. Taten haben Ansehen. Menschen sind unwissend, deshalb kennen sie mich nicht.
Jene, die mich kennen, sind wenige; Jene, die mich nachahmen, werden geehrt. Daher trägt der Weise grobe Kleidung und hält den Juwel im Herzen.
Zu wissen, daß man nicht weiß, ist erhaben. Nicht zu wissen, daß man weiß, ist krank.
Wenn jemand der Krankheit müde ist, ist er nicht krank. Die Weisen sind nicht krank, sie sind der Krankheit müde. Daher sind sie nicht krank.
Wenn es den Menschen am Sinn für Ehrfurcht mangelt, dann wird etwas Ehrfurchtgebietendes kommen.
Dringe nicht in ihre Wohnungen ein. Belästige sie nicht während der Arbeit. Wenn Du nicht eingreifst, Werden sie nicht überdrüssig werden.
Die Weisen haben Selbsterkenntnis doch ist es nicht offensichtlich. Sie haben Selbstachtung, doch sie sind nicht stolz. Jenes lassen sie los und wählen dieses.
Wer tollkühn wagt, stirbt. Wer tollkühn ist nicht zu wagen, lebt. Welches von diesen beiden nutzt und welches schadet? Was der Himmel meidet, wer weiß schon warum? Selbst die Weisen sind verblüfft.
Die Art des Himmels streitet nicht, jedoch besiegt. Sie spricht nicht, jedoch antwortet. Sie ruft nicht, jedoch die Menschen kommen von selbst. Sie ist ungezwungen und gut geplant.
Des Himmels Netz, riesig, doch straff. Grobmaschig, doch nichts verloren.
Wenn die Menschen den Tod nicht fürchten, Wie kann man sie mit dem Tod bedrohen?
Wenn die Menschen sich ständig vor dem Tod fürchten Und trotzdem das Gesetz brechen, kann ich sie ergreifen und töten. Wer wagt es dann, das Gesetz zu brechen?
Gewöhnlich gibt es amtliche Henker, die töten. Wenn du versuchst, ihren Platz einzunehmen, Wäre es, als wolltest du die Zimmermeister ersetzen. Wenn du sie ersetzt, werden nur wenige ihre Hände nicht verletzen.
Warum hungern die Menschen? Weil die Herrscher zu viel Geld in Form von Steuern aufzehren. Daher hungern sie.
Warum sind die Menschen schwer regierbar? Weil die Herrscher zu viel eingreifen. Daher sind sie schwer regierbar.
Warum nehmen die Menschen den Tod nicht ernst? Weil die Herrscher zu viel dem Leben abverlangen. Daher nehmen sie den Tod nicht ernst.
Es ist besser wenig zu haben, wovon man lebt, Als daß man zuviel hat, wofür man lebt.
Zart und schwach wird man geboren. Hart und steif ist man im Tode. Zart und empfindlich sind die zehntausend Dinge, Pflanzen und Bäume geboren. Welk und spröde sind sie im Tode.
Das Harte und das Steife folgt dem Tod. Das Zarte und Weiche folgt dem Leben.
Eine starke Armee wird nie gewinnen, Ein starker Baum wird gefällt.
Das Starke und Mächtige wird scheitern. Das Zarte und Schwache wird siegen.
Ist die Art des Himmels nicht wie das Spannen des Bogens? Das Obere senkt sich, und das Untere hebt sich. Wenn die Sehne zu lang ist, wird sie gekürzt, Wenn sie zu kurz ist, wird sie verlängert.
Die Art des Himmels ist, von denen zu nehmen, die zu viel haben Und sie gibt es jenen, die nicht genug haben. Die Art der Menschen ist nicht so. Sie nehmen von jenen, die nicht genug haben. Und geben es jenen, die schon zu viel haben. Wer kann das Zuviel der Welt anbieten? Nur die Menschen des Weges.
Die Weisen handeln, ohne Ansprüche zu stellen. Erfüllen Aufgaben, ohne dabei zu verweilen. Weisheit ist nicht da, um gezeigt zu werden.
Nichts auf der Welt ist nachgiebiger und schwächer als Wasser. Doch gibt es nichts Besseres, um das Feste und Starke anzugreifen. In der Tat, es gibt nichts, das seinen Platz einnehmen könnte. Das Schwache kann das Starke besiegen; Das Zarte kann das Steife bezwingen. Es gibt niemanden in der Welt, der das nicht weiß, Doch niemand übt es aus. Die Weisen sagen: Jemand, der den Unrat der Nation auf sich nimmt, Ist fähig Herr des Bodens und der Hirse zu sein. Jemand, der den Fluch der Nation annimmt, Verdient Herrscher des Landes zu sein. Oftmals klingt die Wahrheit widersinnig.
Nach einem erbitterten Streit muß einiger Groll zurückbleiben. Wie können wir sagen, daß das gut ist? Die Weisen erfüllen ihren Teil der Abmachung, Jedoch fordern es nicht von den anderen. Die Tugendhaften erfüllen ihren Teil, Die Tugendlosen überwachen, was die anderen tun. Der Weg des Himmels ist unparteilich. Er verweilt immer im Guten.
Da gibt es ein kleines Land mit wenigen Menschen. Obwohl es Werkzeuge gibt, die der Arbeit zehn- bis hundertmal dienlicher wären, werden sie nicht benutzt. Die Menschen nehmen den Tod ernst und reisen nicht weit. Obwohl sie Boote und Wagen haben, benutzt sie niemand. Obwohl sie Rüstungen und Waffen haben, stellt sie niemand zur Schau. Um zu rechnen, kehren die Menschen zum Knoten von Schnüren zurück. Ihre Nahrung ist geschmackvoll, ihre Kleidung ist schön, Ihre Wohnungen friedvoll, ihre Sitten freudig. Obwohl sie in Sichtweite ihrer Nachbarn leben Und krähende Hähne und kläffende Hunde von der anderen Seite des Weges zu hören sind, Lassen sie einander in Ruhe, während sie alt werden und sterben.
Wahre Worte sind nicht schön. Schöne Worte sind nicht wahr. Gute Menschen streiten nicht. Jene, die streiten, sind nicht gut. Jene, die wissen, sind nicht gelehrt. Die Gelehrten wissen nicht.
Die Weisen horten nichts. Je mehr man für andere tut, desto mehr hat man. Je mehr man anderen gibt, desto mehr gewinnt man. Die Art des Himmels ist zu nutzen, nicht zu schaden. Die Art der Weisen ist zu handeln, ohne zu streiten.
-------------------- Konfuzius: "Wer die anderen kennt ist weise, doch wer sich selbst kennt ist erleuchtet!" --------------------
Ist das deine eigene Übertragung des Tao te King? Alle Achtung! Darf ich mir das ausdrucken? Ich will Lao Tse schon lange lesen, fand nur bisher nicht den rechten Zugang dazu. Das hier könnte er sein. Vielen Dank! Marjul
DER WANDEL Ich wandle. Ich werde. Ich komme. Ich weile. Ich gehe. Ich bin.
In Antwort auf:Wenn das stimmen sollte, lohnt sich doch das weiterlesen nicht mehr ...
Wenn Du meinst. Ich weiss warum es nicht der ewige Weg ist. Weil es ein Mensch geschrieben hat. Er kann den ewigen weg vielleicht gehen, jedoch kann er nicht darüber berichten.
Den ewigen Namen kann man nicht aussprechen. Weil er alles ist.
In Antwort auf: Wann werden die Weisen dieser Welt nicht mehr allein nach der Anzahl der Zeilen bezahlt?
Was redest Du da? Denkst Du wirklich der Autor dieses Textes wurde bezahlt??
Ich denke Du bist noch nicht bereit um es zu verstehen. Daher hast Du recht, es lohnt sich nicht für Dich das zu lesen.
@Marjul
Natürlich darfst Du es ausdrucken. Ich habe eine Doppelte Übersetzung verwendet. Es wurde mit einem Programm übersetzt. Also könnte es vielleicht sein, das an manchen stellen die Bedeutung etwas falsch ist.
-------------------- Konfuzius: "Wer die anderen kennt ist weise, doch wer sich selbst kennt ist erleuchtet!" --------------------
Du hast also 2 Übersetzungen genommen und dann deine eigene Version geschrieben, oder wie? Ich habe auch 2 Übesetzungen. Eine scheint ziemlich nahe am Text zu sein. Sie ist mir nur schwer zugänglich. Ich werde mal mit deiner Fassung vergleichen.
LG Marjul
DER WANDEL Ich wandle. Ich werde. Ich komme. Ich weile. Ich gehe. Ich bin.
Hi Shaolin... ich wollte eigentlich bloß eine klitzekleine Bestätigung aus deinem Mund ob das "Tao te King" ist.... - für mich... zum Nachschlagen auch...
verstanden habe ich jede Zeile... was heißt "verstanden"... - besser: aufgenommen und weil das hier auch mein WEG ist, braucht es keine Erklärung...
... und schon verschwinde ich wieder ins Trainingcenter für "Menschen" ins JETZT auf den Planeten ERDE... lächel... Alles Liebe Cassi