Die Gegensätze einen sich nicht von selbst – wir müssen sie handelnd erleben, um sie überhaupt erst einmal zu unserem Besitz zu machen. Haben wir beide Pole integriert, dann erst ist es möglich die Mitte zu finden und von hier aus das Werk der Gegensatzvereinigung zu beginnen. Weltflucht und Askese sind die ungeeignetsten Reaktionen, um dieses Ziel zu erreichen Vielmehr bedarf es des Mutes, bewusst und unerschrocken den Herausforderungen des Lebens zu begegnen. Das entscheidende Wort in diesem Satz ist: „bewusst“ - denn allein die Bewusstheit, die es uns erlaubt, uns bei all unserem Tun zu beobachten, kann verhindern dass wir uns im Handeln verlieren. Es ist gar nicht so wichtig, was der Mensch tut, sondern wie er es tut.
Für mich hat sich diese "Theorie" grundsätzlich und vor allem in seiner Intesität zu wandeln begonnen, als dieser "Gegensatz" plötzlich in Fleisch und Blut vor mir stand. - So krass, als würden sich plötzlich Engel und Teufel gegenüberstehen. (will damit nicht sagen, dass ich Engel und er Teufel ist... ich will damit nur die Gegensätze demonstrieren...). Ich begann schließlich mit der "Integration".... - diesen wilden Hass, den wir uns anfangs gegenseitig entgegenbrachten, zu wandeln. - so gesehen könnten die Zeilen vom "Kleinen Prinz" auch von mir sein (wahrscheinlich hätte ich sie nicht so schön hingekriegt... aber inhaltlich...) Wie oft habe ich mich gewunden und mich selbst bedauert, weil mir "so etwas" passiert. Mit anwachsendem Bewusstsein sah ich es immer mehr als "Geschenk". - Heute bin ich dankbar für diese Erfahrung (obwohl immer mal Durststrecken auftauchen...). Das eigenartige war anfangs, dass wir uns "oberflächlich" sehr sympathisch waren. Erst als wir uns in die Tiefe der Seele hinabsenkten, die Essenz aufwühlten, kamen diese krassen Gegensätze zum Vorschein. Fragen wie:
- an welchen Gott glaube ich (für solche Fragen mussten schon eine Menge Leute sterben...) - was ist Liebe? - was ist Hass? - die Gegenpole Licht und Schatten - wovor habe ich Angst? - eine absolut gegensätzliche herangehensweise an das Leben
und so weiter....
Hätten wir uns diesen Themen nicht essentiell gewidmet... wir wären Menschen wie "du und ich"... wir lebten nebeneinander und das Umfeld fände uns völlig "normal". - Wir haben uns aus der Norm katapultiert, in dem wir all diese "genormten" Schleier zurückgezogen und uns der Essenz gewidmet haben. - Das sind oftmals dermaßen hoch schwingende "Ereignisse" und extrem feine Unterschiede (vergleichbar mit der Homöopathie: umso höher die Potenz, desto kräftiger die Wirkung) - dass es dedektivisches Vorgehen verlangt, um die Nuss zu knacken. (Eigentlich sauschwierig, das in Worte zu fassen.. hmm..)
Naja.. und das alles "sollte" in einen Topf zurückkehren. Klartext: wenn du den lebendigen "Gegensatz" getroffen hast, gibt es ohnedies kein zurück. - Das ist ein ausgemachter Deal, aus dem du nicht mehr rauskommst... Ruhe wird erst einkehren, wenn die Mitte wieder hergestellt ist... und diese Mitte wurde während der "Dualitätserfahrungen" gewaltig verschoben....
Zitat: "Vielmehr bedarf es des Mutes, bewusst und unerschrocken den Herausforderungen des Lebens zu begegnen."