Spiritualität (v. lat.: spiritus = Geist, Hauch) bedeutet im weitesten Sinne eine Form von Geistigkeit als Gegensatz zum rein rationalen Denken und einer materiellen Körperlichkeit. Der Psychologe Rudolf Sponsel definiert Spiritualität als bewusste Beschäftigung mit Themen, die im Zusammenhang stehen mit dem Sinn des Lebens und Fragen der Existenz. Bewusstes religiöses Erleben ist danach nur eine Form des Spirituellen. Während früher im christlichen Kulturkreis der Begriff untrennbar mit der christlichen Religion verknüpft war, wird er seit einigen Jahrzehnten zunehmend als überkonfessioneller Begriff verstanden.
Menschen, die sich selbst als spirituell bezeichnen, beziehen sich häufig auf das transzendente oder immanente göttliche Sein bzw. auf das Prinzip der transzendenten, impersonalen letzten Wahrheit oder höchsten Wirklichkeit (siehe z.B. Nirvana, Dao). In einem engeren Sinne wird Spiritualität so auch als Streben nach transrationaler Erfahrung von Wirklichkeit und den damit einhergehenden Bewusstseinszuständen verstanden.
Der Begriff Spiritualität ist im deutschen Sprachgebrauch erst seit Ende der 1950er Jahre nachweisbar. In der Brockhaus Enzyklopädie gibt es dieses Stichwort sogar erst seit 1973. Mittlerweile ist der Begriff zu einem Schlagwort mit vielfältigen Bedeutungen geworden, das sowohl im Zusammenhang mit Religiosität und Glauben als auch mit Esoterik, New Age und alternativer Heilkunde häufig verwendet wird.