Der Grund meiner Reise nach Amiens in der französischen Picardie liegt viele Jahre zurück in Schottland, wo ich zusammen mit Elisabeth aus Amiens ein Jahr an der Morgan Academy verbracht habe.
Oder Morrrrrgan Academy, wie die Schotten sagen!
Inzwischen ist Elisabeth verheiratet und hat eine achtjährige Tochter.
Im Mai 2005 lud sie mich ein, sie doch einmal zu besuchen.
Zu einer Einladung sage ich selten nein, selbst wenn sie aus Sibirien kommt, wohin ich im Juni 2003 gereist bin.
Und Frankreich ist durchaus eine Spur attraktiver als Sibirien, das muß man schon zugeben!
Ich hatte geplant, Amiens an einem Tag zu erreichen, ohne Zwischen-Übernachtung unterwegs.
Doch war da ein Unsicherheitsfaktor dabei.
Ich fuhr alleine, und hatte also niemand zum Abwechseln, falls ich zu müde zum Autofahren werden sollte.
Und dann wollte ich so viel wie möglich Landstraßen fahren statt Autobahn, um auch was von der Gegend zu sehen - mehr als nur Asphalt und das Bremslicht vom Vordermann wie oft auf der Autobahn!
Doch so konnte ich nicht genau abschätzen, wie lange ich für diese Fahrt durch eine Gegend brauchen würde, die mir noch eher unbekannt war.
Alles schien bestens: Das Wetter gerade recht, hell, aber nicht heiß, die Straßen fast leer, die Landschaft schön.
Ich war in Karlsruhe gegen sechs Uhr früh gut weggekommen, und jetzt war es so dreiviertel sieben. (Ich hoffe, ihr versteht diese süddeutsch-sächsische Zeitangabe! )
Da kam mir eher so nebenbei der Gedanke: "Hast du auch den Rasier-Apparat eingepackt?"
Aber sofort formte sich vor meinem geistigen Auge deutlich das Bild, wie ich den Rasier-Apparat in den Koffer gepackt hatte.
Kein Grund zur Beunruhigung also ...
Und der Koffer war ja da, nicht wahr?
Oder?
Ein schneller Blick in den Kofferraum, den man vom Fahrersitz aus so halbwegs überblicken kann.
Der Koffer glänzte durch Abwesenheit, wie es so schön heißt.
Nach einer kurzen Schrecksekunde aber wurde ich wieder ganz ruhig.
Es half nix, der Koffer mußte wieder her. Also zurück nach Karlsruhe!
Und ich versuchte, das Beste in der Situation zu sehen.
Es war doch noch Glück im Unglück, daß mir diese Frage nach dem Rasier-Apparat hinter Landau gekommen war - und nicht etwa in Luxemburg, Longwy, Longuyon, Charleville-Mézières, St-Quentin, oder gar erst in Amiens! Nicht auszudenken!
Eine kleine Hoffnung hatte ich ja noch, dass der vermisste Koffer vielleicht in einem toten Winkel im Kofferraum sein könnte.
Nicht umsonst heißt der Kofferraum ja Kofferraum - da gehört der Koffer hin - da hat er zu sein!
Jedenfalls galt es mal zu wenden und anzuhalten und nachzusehen.
Bei der nächsten Ausfahrt verließ ich die Schnellstraße durch den Pfälzer Wald, bog also erst mal leicht nach rechts ab und dann scharf nach links.
Beim Linksabbiegen dann hörte ich im Kofferaum Geräusche, als flögen Granaten durch die Gegend. Ein explosionsartiger Lärm, den ich mir erst gar nicht erklären konnte, erschreckte mich durch und durch.
Langsam wurde mir dann klar:
Der Kasten mit guten Spezialbier einer Karlsruher Hausbrauerei war durch das schwungvolle schnelle Abbiegen nach links umgefallen. Und die Bierflaschen waren nun wie Granaten kreuz und quer durch den Kofferaum gesaust.
Doppeltes Pech!
Dieses Mitbringsel für meine französischen Freunde konnte ich zu dieser frühen Stunde gar nicht wieder kaufen!
Kein Supermarkt führte das, und die Brauerei war zu dieser Morgenstunde noch zu.
Und nun war der Kofferaum wohl durch und durch mit Bier getränkt!
Wisst ihr, wie verschüttetes Bier nach einer Weile riecht?
Einfach nur ekelhaft!
Und so sollte ich nun den ganzen Weg nach Frankreich fahren ..... bis nach Amiens ?
In Antwort auf:Ich war in Karlsruhe gegen sechs Uhr früh gut weggekommen, und jetzt war es so dreiviertel sieben. (Ich hoffe, ihr versteht diese süddeutsch-sächsische Zeitangabe! )
Nu klar, lieber Waldbaum, als gebürtige Sächsin versteh ich es freilich.... und fühle mich jetzt manchmal verunsichert, wenn ich mich mit jemandem verabrede, weil ich nicht weiß, ob ich verstanden werde!
Dani
_________________________________________________ Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. On ne voit bien qu'avec le coeur. L'essentiel est invisible pour les yeux.
... nur zu, nur diesmal sind deine Auswahlmöglichkeiten leider auf zwei Kategorien begrenzt!
_________________________________________________ Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. On ne voit bien qu'avec le coeur. L'essentiel est invisible pour les yeux.
.. hihi, schon abgestimmt, während du diesen Beitrag hier geschrieben hast!
Dani, heute ein ganz besonders fixes Kerlchen!
_________________________________________________ Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. On ne voit bien qu'avec le coeur. L'essentiel est invisible pour les yeux.