1. Ich will wissen, ob du mit dir selbst allein sein kannst...
Und ob ich mit mir selbst allein sein kann! Von „einsamen Momenten“ kann bei mir keine Rede sein, es ist mehr ein Dauerzustand, seelisch gesehen.
2. ...und ob du DEN, DER DIR in solch einsamen Momenten deines Lebens Gesellschaft leistet, wirklich magst.
Irgendwie dringt niemand durch - zu mir, obwohl es mir an „Gesellschaft“ nicht mangelt.
Oriah Mountain Dreamer will NICHT wissen, ob die angesprochene Person sich in einsamen Momenten selbst mag. Sie will wissen, ob der/die im Moment Einsame den-/diejenige wirklich mag, der/die ihm/ihr Gesellschaft leistet.
Ah, okay... Ich habe dies immer nur von innen betrachtet, nie von aussen, was ja hier auch möglich sein kann.
Ich frage mich gerade, wie Du wohl folgenden Text findest?
Weigere Dich, abzustürzen. Wenn Du es nicht vermeiden kannst abzustürzen, weigere Dich, unten liegen zu bleiben. wenn Du Dich nicht weigern kannst, liegenzubleiben, erhebe Dein Herz zum Himmel und wie ein hungernder Bettler bitte darum, dass es gefüllt werden möge, dann wird es gefüllt werden. Mag sein, dass Du zurückgestoßen wirst. Mag sein, dass man Dich am Aufstehen hindert. Aber niemand kann Dich daran hindern, Dein Herz zum Himmel zu erheben - nur Du allein. Inmitten des größten Leids wird so vieles klar. Wer behauptet, dass nichts Gutes aus diesem Leid entstanden ist, hört noch nicht genau hin.
C.P.Estès
... der Text ist mir gestern untergekommen.
Lebe die Liebe wie das Leben, so wird Dir alles gegeben ...
Sicher ein wertvoller Text für Menschen, die gelegentlich „abstürzen“, die unten liegen und Mühe haben, wieder aufzustehen. Diese Situation ist mir aber fremd, denn mit MIR komme ich schon klar.
Oriah Mountain Dreamer wendet sich mit „Es interessiert mich nicht“ an ein DU, so ganz direkt, und sagt, was ihr wichtig ist an diesem DU. Ich könnte auch sagen, sie spricht das Herz eines Menschen an und gibt klar zu verstehen, daß sie von Fassaden und Redensarten nichts wissen will.
Für einen Menschen wie mich, der immer nach einem verstehenden DU gesucht hat, der schließlich aufgegeben hat und behauptet: „Du interessiert mich nicht (mehr)!“ hat Oriah Mountain Dreamer quasi den Spieß umgedreht, bringt auf den Punkt was es bedeuten kann, dieses „Es interessierst mich nicht (dieses Blahblah) aber du interessierst mich.“
Nein, ich bin fast nie „ganz unten“. Aber es gab die Situation für mich, da fand ich vom „Du interessierst mich nicht“ probeweise zum „Du interessierst mich vielleicht doch“ wieder. Was dann folgte war sicher ein Absturz. Ich rappelte mich wieder aus eigener Kraft auf, fand zu meinem „Du interessierst mich nicht“ zurück, bleib weiterhin einsam - aber unverletzt.
... fast nie ganz, aber doch ab und an mal trotzdem fast...
Zitat von Bernardus Aber es gab die Situation für mich, da fand ich vom „Du interessierst mich nicht“ probeweise zum „Du interessierst mich vielleicht doch“ wieder. Was dann folgte war sicher ein Absturz. Ich rappelte mich wieder aus eigener Kraft auf, fand zu meinem „Du interessierst mich nicht“ zurück, bleib weiterhin einsam - aber unverletzt.
Das hört sich für mich gerade an, als ob hier jemand schreibt, der lieber in einem Glashaus sitzt, als sich verletzen zu lassen? Unten zu liegen und sich wieder hochzurappeln, ist eine Stärke, genauso wie es eine Stärke ist, sagen zu können, dass man verletzt ist. Das Erkennen allein gibt schon wieder die Energie in die richtige Richtung - zu sich selbst und doch auch zu dem "Du".
Lebe die Liebe wie das Leben, so wird Dir alles gegeben ...
Zitat Das hört sich für mich gerade an, als ob hier jemand schreibt, der lieber in einem Glashaus sitzt, als sich verletzen zu lassen?
Mag sein... an dem "Glashaus" ist schon was dran. Ich sitze wohl weniger aus Angst vor Verletzung in diesem Glashaus, vielmehr glaube ich nicht, daß es sich lohnt, dieses Glashaus zu verlassen. Und das Material, aus dem das „Glas“-Haus für mich besteht heißt eben: „Du interessierst mich nicht (mehr), weil du mich doch nur enttäuschst.
... das erinnert mich an einen Menschen, an dem mir sehr viel liegt, auch wenn ich ihn schon lange nicht mehr gesehen habe. Er meinte, er würde keine Frau mehr in sein Haus lassen. Diese Aussage kam davon, dass er ein paar Mal sehr stark verletzt wurde und er eben Angst hat, dass dies wieder geschieht. Ich glaube, er verwehrt dadurch genau DER Frau, die mal seine Traumfrau sein könnte, die Möglichkeit, dass sie ihm zeigen kann, wie SEHR ER SIE INTERESSIERT... ... und somit hat wieder mal das Ego, das sich ja so wohl fühlt, so wie es gerade ist... :(
Lebe die Liebe wie das Leben, so wird Dir alles gegeben ...
Zitat Ich glaube, er verwehrt dadurch genau DER Frau, die mal seine Traumfrau sein könnte, die Möglichkeit, dass sie ihm zeigen kann, wie SEHR ER SIE INTERESSIERT...
Tja, vielleicht will er gerade DAS nicht, nämlich eine Frau, die sich sooo für IHN interessiert. Wenn ihn eine Frau aus seiner selbstgewählten Rückzugshaltung herausholen könnte müßte es wohl eine sein, für die ER sich sehr interessiert.
Hier genau liegt das Problem der „schizoid gestörten Persönlichkeit“. Die interessiert es kaum, wer sich für sie interessiert.
Leute mit einer „schizoid gestörten Persönlichkeit“ wirken sehr anziehend auf viele andere Menschen, sind auf den ersten Blick sehr umgänglich und phantasiebegabt. Man/frau kommt nur schlecht „an sie ran“, weil sie emotionale Nähe fürchten wie der Teufel das Weihwasser.
Okay, ich denke, hier sollte dann wohl eher die Frage gestellt werden, ob diese Persönlichkeit nun aus seinem Käfig rauswill - sofern er es so sieht - oder nicht. Auch, ob er/sie es für sich als solches erkannt hat. Dann wäre ein feiner Tritt in den Arsch vielleicht so eine richtige kleine Hilfe, selbige Person daran zu erinnern, dass NUR sie es in der Hand hat, da rauszugehen. ;) ... oder eben sie bleibt da, wo und was sie im Moment ist. Grins, ergo - Ego liebt es.
... im Moment grad überhaupt nicht fähig bin, ernst zu bleiben
Lebe die Liebe wie das Leben, so wird Dir alles gegeben ...
vom Thema „Quellen der Erkenntnis“ haben wir uns wohl etwas entfernt... oder auch nicht?
Wer unter einer seelischen Störung „leidet“, merkt zwar, daß etwas mit ihm/ihr nicht stimmt, ist aber nicht ohne weiteres bereit, eine Position zu verlassen. Schließlich hat sich ein bestimmtes Verhalten als (Not-)Lösung im Leben bewährt.
Leider kommt es meist erst im Rahmen einer Psychotherapie dazu, daß der betroffene Mensch es wagt, eine andere Ansicht oder ein anderes Verhalten auszuprobieren.
Dabei ist es in der Tat wichtig, daß der/die Betroffene erkennt: „Niemand außer mir kann eine Veränderung herbeiführen.“ Doch es muß auch ein Anreiz erkennbar sein, um eine (scheinbar) sichere, bewährte Haltung aufzugeben. Ein Arschtritt stellt nur für wenige erwachsene Menschen einen Anreiz zur Verhaltensänderung dar. Da tritt man/frau doch lieber die anderen mal kräftig...