Als mein Vater starb, war ich anwesend. Vieles wurde nicht gesagt, was mir im nachhinein leid tat, da alle wussten, dass es bald vorbei ist mit ihm. Als ich nach seinem Tod mal was in seiner Werkstatt suchte und nix fand Aufgrund riesenhaufen Zeugs, das während der Baustelle von meiner Schwester nur reingeworfen wurde , sagte ich:" Paps, wo hast das wohl hingetan!" Tja, dann hörte ich:" Du blindes Rindviech, schau hoid moi do hintn in da Schublodn, dann findst as a" Ich musste lachen, guckte in besagte Schublade und da war das gesuchte Teil
Hihi, eins fällt mir auch grad ein, in Bezug ausgelacht werden... Ich suchte mal im den Funkkopfhörer meines Sohnes. Im Kinderzimmer (riesensaustall Aufgrund 20 m² damals für 3 Kinder) war Dominik mit seinen Kumpels. Ich sagte:" Engelchen, zeigt mir, wo der Kopfhörer ist" Die Jungs guckten mich an - guckten sich an - und lachten. Ich hörte und ging auf eine orangefarbene Kiste zu, nahm den darin ganz unten begrabenen Kopfhörer raus und meinte nur "Danke " Naja, die Jungs guckten recht dumm und ich ging grinsend hinaus....
Alles Liebe, Anna
Lebe die Liebe wie das Leben, so wird Dir alles gegeben ...
Ja, dann werde ich auch mal meine Erfahrungen dazuschreiben. Vor 3 Monaten starb mein Opa. Da mein Vater uns verlassen hatte, und meine Mutter Nachts in Discos arbeitete war ich immer bei meinen Grosseltern. Mein Opa bedeutet mir sozusagen mehr als mein Vater. Er hatte einen langen Weg bis zu seiner Erlösung. Drei jahre Alzheimer und Parkinson. Ich hatte also lange Zeit mich zu verabschieden. Und nahm mir vor nicht eine Träne zu weinen. Nicht weil ich mich dafür schämte oder so. Die Beerdigung war wunderschön. Es wurden tolle Geschichten erzählt, welche Leistungen er vollbrachte. Eine Kurzfassung seines Lebens. Wir haben gelacht und viel spass gehabt. Selten das so eine grosse Familie (keiner weiss wieviele) zusammenkommt.
Würdet Ihr wollen, das man um Euch weint, wenn Ihr doch genau wisst wo es hingeht? Ich habe mich für ihn gefreut, und wollte eigendlich in weiss zur Beerdigung. Hab dann doch schwarz getragen aus Rücksicht auf die anderen, die das vielleicht nicht verstehen. Er ist der einzige Mensch auf der Welt, von dem ich nicht eine negative Tat berichten kann.
Schade, das er schon gegangen ist. Viel Menschen haben seine Worte geliebt. Nun werde ich in seine Fußstapfen treten, und vollbringen was er begonnen hat.
Es ist nicht schlimm zu Weinen, aber nicht zu Weinen, sondern sich zu freuen, das ist wahre Liebe. Loslassen können, den Ahnen die Freiheit zu geben, die auch Du Dir wünschst..
Liebe Grüsse
Shaolin Mantis
-------------------- Konfuzius: "Wer die anderen kennt ist weise, doch wer sich selbst kennt ist erleuchtet!" --------------------
ich kann deine Worte sehr sehr gut nachempfinden, einfach weil ich es ebenso erlebte, nur das es meinen Vater selbst betraf. Es war im September 1999 gewesen, das ich mal wieder heim fuhr zu meinen Eltern, einem an sich freudigen Ereignis, wurde meine Mutter doch 70. Doch standen wir (wir waren meine Mutter und mein Bruder) an seinem Krankenbett, während er sich in der Endphase Kehlkopfkrebs befand. Schon einmal, damals vor 12 Jahren hatte er dagegen gekämpft und gewinnen können, doch nun war er nur noch müde und wollte nicht mehr kämpfen.
Wir begaben uns damals dann in das Arztzimmer und ich fragte die es denn nun weiterginge und wielange es wohl ginge ... Der Arzt erklärte das mein Vater jedesmal wenn er einigermaßen klar und etwas Kräfte hatte, alle Kanülen sich abriß und die Ärzte dann, wenn er zu erschöpft dazu war, die noch lebenserhaltenen Kanülen wieder setzten ,- und das man es nicht sagen könne wielange, es könnten ebensogut 4 Wochen oder 3...4 Monate so gehen. Gott und/oder das LEBEN halt sandte und gab uns einen Arzt der "uns" fragte was sie machen sollten ...
Waren es 2...3 Minuten, schwer zu sagen, eine Stille das man eine Stecknadel zu Boden hätte fallen hören können und ich dann die Verantwortung übernahm offen auszusprechen, das mein Vater eindeutig zeigt das er müde ist und gehen möchte - und das wir ihm diesen letzten Wunsch und Willen auch geben und schenken sollten. Nach kurzem Zögern stimmten meine Mutter und mein Bruder dem zu und der Arzt nahm es entgegen um auch so zu handeln, nämlich die Kanülen wegzulassen, nicht mehr zu setzen, der Natur ihren freien Lauf zu lassen.
Ich saß dann später noch alleine am Bette meines Vaters und hielt seine Hand, und obwohl er körperlich bereits unfähig war sich zu regen, gar zu reden, kommunizierte ich mit ihm, seinem Geist und seiner Seele. Das wichtigste war ihm gewesen, um Verzeihung zu bitten das er müde ist und gehen möchte, das man ihm vergeben mag. Mir war als hätte sich ein kurzes flüchtiges Lächeln um seinen Mund gelegt als ihm nicht nur vergab, sondern mich auch bedankte für alles und ihm versprach, meinen Mutter und Bruder selbiges zu berichten und um Vergebung zu bitten.
Zwei Tage später war es dann soweit, mich erreichte die Nachricht über seinen Tod wo ich (leider) gerade nicht bei ihm war, ich mich bei einem guten Freund aufhielt. Ich hörte die Worte, ich konnte selbst im ersten Moment nichts sagen, ich drehte mich auch ab um unbeobachtet zu sein, weil ich im ganzen Körper erfasst voll einer unbeschreiblichen Wärme und Freude war, das mein Vater es geschafft hatte und er seine letzte Reise unternahm.
Selten das ich Worte wie diese jetzt darüber verliere, erlebte ich doch zumeist sehr befremdliche Blicke und Reaktionen, die soviel ausdrücken zu schienen wie "was ist das denn, ein Sohn der quasi Sterbehilfe anordnet und sich dann noch freut wenn der eigene Vater von dannen geht" Ich habe meinen Vater sehr geliebt und liebe ihn immer noch - und wenn find ich es nur manchmal traurig das ich zu Lebzeiten zuwenig mich für ihn interssierte und ihm damit wohl ungenügend zum Verstehen gegeben habe, das ich ihn lieb hatte.
ich weiß schon warum ich Dich lieb. Danke das Du ein Tabuthema öffnest. Das man sich auch freuen kann wenn jemand geht. Zu dieser Erkenntnis bin ich in den letzten Jahren gekommen, seit dem ich weiß das es meiner Oma da drüben gut geht. Bestärkt in dieser Auffassung hat mich auch der Ausstausch mit meinem Engel. Ich hab vor dem Tod keine Angst mehr. Vor dem Moment des Sterbens schon.
Ich würde mir für meine Beerdigung wünschen, daß alle Lachen und ich würde bunte Kleidung anordnen. Mein Lied wär Its a beautifull day (weiß nicht wers singt). Diese Gedanken kann man natürlich seinen Mitmenschen schwer rüberbringen.
Norbix.. fühl dich umarmt... -und die anderen... hmm.. ja sehr ergreifend... und letztendlich doch irgendwie INNERLICH befreiend...
Ich hatte mit meiner Großmutter auch ein sehr ergreifendes Erlebnis, kurz bevor sie starb.... es war im Krankenhaus..ich damals teenager... Eine 86ig jährige Frau, die ihr ganzes Leben lang gearbeitet hatte und für andere da war. Sie hat 15 (!!!) Kinder geboren und groß gezogen... ein sehr bewegtes Leben... Und da lag sie nun in einem 16-Betten-Saal (das waren noch diese alten Krankenhäuser, die zu dieser Zeit schon Auslaufmodelle darstellten. Ich empfand das als sehr unwürdig... dem "Menschen" an sich gegenüber.... - und in dem Moment, wo ich an ihrem Bett stand hatte ich ganz stark dieses Gefühl. Sie lag praktisch im Sterben, nur ein wackeliger Paravant trennte sie vom anderen "Saalgeschehen" ab. Als ich mich von ihr verabschiedete, hielten wir uns eine Weile an den Händen... das war sehr ungewöhnlich... dieses "länger"... Sie blickte mir tief in die Augen - das war von Seele zu Seele... - ich zog dann meine Hand zurück und ging. Einen Tag später "durfte" sie daheim sterben... - erst dann wurde mir die Besonderheit dieses Moments bewusst...
Es kullern mir heute noch dir Tränen runter, wenn ich an diese Szene denke.... vieles relativiert sich...