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...gelebte Spiritualität und gelebte Liebe


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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 549 mal aufgerufen
 Quellen der Erkenntnis
Ramesh Offline

Moderator


Beiträge: 187

26.09.2006 11:35
Über Tantra Antworten

Über Tantra


Tantra ist die Lehre vom Wesen und Wirken der Kräfte.
Das Wort Tantra bedeutet weben, Gewebe, Kontinuität.
Es geht darum seinen Platz einzunehmen und sich auszudehnen um im „ungeteilten Bewußtsein“ aufzugehen und DEM Ausdruck zu verleihen.

Tantra geht von der Untrennbarkeit des Absoluten und des Relativen in der Schöpfung aus. Ziel des Tantrismus ist das Verankern im Absoluten und das Verschmelzen in der höchsten Wirklichkeit.

Es geht um den konkreten Bezug zu DEM was uns umgibt, der Boden unter unseren Füßen, die Luft die wir einatmen, den Menschen denen wir begegnen, der Raum in dem wir sind.

Die Ursprünge des Tantra liegen mindestens 5-6 Tausendjahre zurück. Zu dieser Zeit tanzten und meditierten Yogis und Yoginis meist allein oder in kleinen Gruppen in den Wäldern und Bergen des Himalaya- Gebirges.

Padmasambhava brachte im 8. Jahrhundert den Tantrismus von Uddiyana, einem alten Königreich, was im heutigen Pakistan liegt, nach Tibet und integrierte ihn dort in den Buddhismus. In dieser Zeit, entfaltete sich diese Lehre in ganz Indien, Nepal wie auch China, Japan, Burma und Indonesien.
Dies war die Blütezeit in der tantrischen entwicklung.

Im 11. Jahrhundert entstand, in Nepal die tantrische Line der Naths, eine shivaistische Gruppe von Matsyendranath, dessen Lehre vom tibetischen Tantrismus geprägt wurde. Als Erster dieser Linie gilt Adi Nath, Shiva selbst. Ein großer Lehrer der unter den Naths seinen Sadguru fand, ist
Sri Nisargadatta Maharaj, der bis 1981 lebte.
Seine non-duale Lehre ist einfach und direkt.

Tantra ist ein schneller, direkter Weg ohne Sicherheiten und starren Regeln. Es ist ein Pfad der Hingabe in das göttliche Selbst. Im Tantra geht es um keinen Glauben, keine Dogmen, keine Regeln, keine Religion und keine Tradition. Es geht um ein Selbst-bestimmtes Leben, ein Leben aus erster Hand. Im Tantra gibt es keine moralische Wertung. Alles was in Liebe, Achtung und Respekt geschieht, ist in Ordnung.

Tantriker sind meist provokant, häufig Einzelgänger und leben oft in Extremen. Ein tantrisches Sprichwort besagt: Was einen normalen Menschen in die Hölle bringt, verhilft einen Tantriker zur Erleuchtung. In Umkehrung des berühmten Ausspruchs von Sartre, "die Hölle sind immer die anderen", könnte man im Tantra sagen: Alle sind Buddhas, so auch ich.

Tantra ist der spirituelle Weg der dich mitten durchs Leben führt. Ein Weg der nichts ausschließt. Im Tantra lernt man Selbst-verantwortlich zu werden. Es ist ein direkter Weg der in die Freiheit führen kann.

Direkter Weg heißt, du bist ein vollkommenes Wesen, wisse was du wirklich willst, gehe dem nach was du liebst, folge dem was dich interessiert,
was dich anzieht ,was du liebst und erinnere dich was du wirklich willst,
realisiere was du wirklich bist.

Im Tantra geht man von der ursprünglichen Vollkommenheit, dem ungeteilten Bewußtsein aus. Es geht nicht darum sich in diese Idee oder in geistige Höhen zu flüchten. Es geht um deine Präsenz, um Gegenwärtigkeit,
das Erleben von dem was jetzt ist, so wie es ist.

Ein Tantriker, lässt sich auf das LEBEN ein. Er ist offen dafür es so erfahren, wie es ist, ohne danach zu fragen, wie es nach den Vorstellungen anderer sein sollte – und ist bereit, dabei alle Projektionen, Idealbilder und Ängste zu konfrontieren, die ihn vom spontanen erleben der Wirklichkeit abhält.

Mit dem Begriff "Tantra" werden in unserer westlichen Welt oft Sehnsüchte nach erfüllterer Sexualität geweckt und der Wunsch nach Vergnügen geködert. Glaubt man den Medien, so ist Tantra ein sofortiges Genußmittel.

Besonders wegen des Maithuna, der rituellen sexuelle Vereinigung, erscheint Tantra in einem verzerrten Bild. Im Westen wird Tantra fälschlicherweise fast ausschließlich mit Sexualpraktiken oder alternativer Sexualtherapie in Verbindung gebracht. In fast allen ursprünglichen Tantra Schulen gab es sexuelle Praktiken, meist 3-5 von vielleicht 150 Übungen.

Es geht nicht darum sich in seinen Begierden zu verlieren. Denn wer wahrhaft in der Tiefe sucht, der ist nicht auf sexuelle Vereinigung mit einer Person aus, sondern auf die Entschleierung des Selbst. Den kein Objekt wird jemals die Sehnsucht und das Verlangen stillen können.

Die tantrische Praxis ist extrem kreativ, je nach Veranlagung
und Interesse finden sich für jeden die passenden Methoden.

Spontanes eintauchen und das Verschmelzen mit den geistigen Kräften kann folge der tantrischen Praxis sein, und läßt den Praktizerenden Liebe, Frieden und die ursprüngliche Vollkommenheit erfahren.

Die Verschmelzung mit den geistigen Kräften, die frei von Persönliche Willen und Identifikation sind, unterstützen unser Loslösung von der Person um in einen höheren Kontext hinein zu wachsen, und daraus zu handeln, zu leben und loszulassen was uns vom Wesenskern abhält.

Der tantrischen Praxis sind kaum Grenzen gesteckt.
Eine Praxis, die im Alltag immer wieder angewendet werden kann,
ist das Wahrnehmen des Körpers und der Sinneseindrücke.
Sowie das beobachten des Atems und das bewußte innehalten, um den moment immer wieder neu zu erfahren.

Nimm deinen Körper war so wie er jetzt ist. Nimm dein Herz wahr.
Der bewusste Kontakt von Herz und Körper ist von großer Bedeutung.

Frage dich „ was nehme ich jetzt wahr“ ? Fühle das was jetzt da ist, lokalisiere es im Körper. Tauche ein in das Gefühl und bleibe dort .

Beobachte deine Gedanken, schau ihnen zu, wie sie kommen und gehen. Folge der Stille, entspanne Dich in das was sich jetzt zeigt.
Nimm mit all deinen Sinnen wahr, was um dich ist, genieße all das.
Werde zu dem Gesehenen.

Alles zieht nach Außen, der Ich- Gedanke, der Wunsch nach Anerkennung.
Das Dramatisieren von Gefühlen und Situationen. Das Festhalten an Gedanken, die kommen und auch wieder gehen, wenn man sie einfach lässt.

Beobachte ehrlich was jetzt ist ,und nehme immer wieder deine Aufmerksamkeit nach Innen, sei der Zeuge des Lebens.


Der Sinn der Praxis ist zu erkennen
das es keinen Praktizierenden gibt.

PADMASAMBHAVA
______________________________________
Ein Heiliger wünscht die Dinge
nicht anderes als sie sind

Sri Nisargadatta

Henry Offline

Aktives Mitglied


Beiträge: 94

26.09.2006 11:48
#2 RE: Über Tantra Antworten

Danke Ramesh,

schöner Beitrag, nun weis ich endlich was Tantra ist.
________________________________________________
"Der Wissende redet nicht. Der Redende weiß nicht". Lao Tse

Ramesh Offline

Moderator


Beiträge: 187

27.09.2006 21:55
#3 RE: Über Tantra Antworten

"nun weis ich endlich was Tantra ist."

Dann bist du jetzt erleuchtet

zumindest vor "erleuchtet" und "nicht erleuchtet"
seit anbeginn mitten drin
du kannst nicht mehr werden und nicht weniger
denn du bist DAS so wie es jetzt erscheint.

LOVE Ramesh
______________________________________
Ein Heiliger wünscht die Dinge
nicht anderes als sie sind

Sri Nisargadatta

Ramesh Offline

Moderator


Beiträge: 187

18.11.2006 21:52
#4 RE: Über Tantra Antworten

In allem das Göttliche umarmen


Im Tantra vertritt man die Ansicht, das durch die Anerkennung der Sinne. Sowie der Auslebung von körperlichen und geistigen Bedürfnissen
Loslösung aus dem Leid stattfinden kann.

Tantra was als Gewebe, weben oder Kontinuität übersetzt wird. Bedeutet nichts anderes als " alles ist BEWUSSTSEIN " BEWUSSTSEIN was sich in einer kontinuierlichen Bewegung auswebt um sich selbst zu erfahren. Niemals ist etwas außerhalb von Gott oder BEWUSSTSEIN. Alles findet nur in diesem einen Gewebe statt.

Es ist ein anscheinende Punkt im Spiel der Trennung erfahren lässt. Die Vorstellung eine eigenständige Person zu sein, die getrennt von den anderen ist und eigenständig handeln kann. Die "Ich Idee" oft auch als Ego bezeichnet.

Unmissverständlich wird auf dem tantrischen Pfad klargestellt – das es keinen Unterschied in Rasse, Religion, Stand, Geschlecht, Lehrer oder Schüler gibt. Daher gibt es nichts was auszuschließen oder besonders hervorzuheben wäre.


"Alles was erscheint bin ich nicht.
Damit darf alles so sein wie es jetzt ist."

Mit dieser Haltung wird nichts vermieden oder Abgespalten. Sonder die Vorstellung der Person mit ihren Vorlieben und Abneigungen zurückgelassen. So kommen Gedanken und Gefühle auf einfache weise durch den Körper zurück nach Hause.

Diese Bilderstürmende Haltung das Nicht-anhaftens und permanten loslassens von allem was erscheint kann wie ein Sterben erfahren werden. Sterben von Ideen und Vorstellungen, die anscheinend Sicherheiten bieten.

Da es nicht darum geht das Leben in seiner natürlichen Bewegung zu vermeiden, sonder in Losgelöstheit von der Idee des Handelnden Leben einfachen geschehen zu lassen und so zu akzeptieren wie es ist. So verblassen mehr und mehr Gefühle und Gedanken von Täterschaft, Eifersucht, Neid, Stolz, Schuld. Stattdessen entfaltet sich ein unpersönliches berührt Sein, mitfühlen und staunen. Die Bindung an die Welt löst sich und Objektlose Liebe kann erfahren werden. Eine Liebe die gar nicht als Liebe benannt ist, weil die LIEBE einfach ist.


Kern des Tantra ist: die menschlichen Erfahrungen, Neigungen und Anziehungen als Fahrzeug nach Hause im Hier und Jetzt,
das das torlose Tor in das EWIGE Unveränderliche ist, zu nutzen.

Tantra ist ein direkter Weg. Der Auffordert folge dem was dich anzieht, was dich interessiert. Folge dem was du liebst. Halte immer in deinem Herzen was deine tiefste Sehnsucht ist.


Beim Tantra Begegnen wir einem umgekehrten Paradigma: "Du steigst, wodurch du fällst."

Es ist der Hinweis unvoreingenommen der Bewegung zu folgen, die sich durch dich zeigt. Und dies mit allen Sinnen zu erfahren. Als Hingabe an DAS was Jetzt ist.

Gerade das wovor die religiösen Moralisten warnen, kann der Dreh und Angelpunkt des Erkennens sein.
"Akzeptiere die Hölle und du bist im Himmel."

An dem Punkt wenn Hadern und Zweifeln überschritten ist, stellt sich keine Frage mehr nach Himmel oder Hölle. Dann zeigt sich einfach Hier, DAS wie es Jetzt ist.

_____________________________________
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